Essad Beys “Die Geschichte meines Lebens”

Aus: Die literarische Welt, 7/1931

Lebensläufe von heute

Essad Bey

Die Geschichte meines Lebens

Vorerst: ich hasse offene Bekenntnisse, verkündete Ideale und die Jugend, zu der ich, dem Alter nach, selbst gehöre. Das Erste: weil offene Bekenntnisse meistens nur geschmacklose Versuche sind, sich selbst zu verherrlichen. Das Zweite: weil Ideale dazu da sind, um verschwiegen zu werden. Das Dritte: weil die mo­derne Jugend dem Alten, von dem sie physisch und geistig lebt, verächtlich den Rücken kehrt und dabei naturgemäß der Barba­rei verfallen muss.

Ich liebe: alte Leute, gleichviel welcher Konfession, Nation oder Parteizugehörigkeit, den Anblick der flachen, grauen, an­geblich so trostlosen Wüsten, die durch keinen Baum verunstal­tet sind — und die Wappen sämtlicher Kaiserreiche der Welt. Das Erste: weil die alten Leute meistens ruhiger, klüger und beschei­dener sind als die jungen. Das Zweite: weil sich beim Anblick der Sandwüste mein Auge erholt. Das Dritte: weil ich im Wap­pen eines Kaiserreiches die Verheißung einer besseren Zukunft der Menschheit erblicke.

Dieses als Vorbemerkung.

Geboren …? Aber schon da beginnt das Problematische mei­nes Daseins. Die meisten Leute können ein Haus oder zumindest einen Ort angeben, in dem sie geboren sind. Zu diesem Ort beziehungsweise zu diesem Hause pilgert man dann in den alten Tagen, um sich biederen Reminiszenzen hinzugeben. Um mich den besagten Reminiszenzen hinzugeben, müsste ich zum Wagen eines D-Zuges pilgern. Ich bin während des ersten rus­sischen Eisenbahnstreiks mitten in der russischen Steppe zwi­schen Europa und Asien geboren, als meine Mutter von Zürich, dem Sitze der russischen Revolutionäre, nach Baku, dem Wohn­sitze meiner Familie, reiste. Am Tage meiner Geburt erließ der Zar sein Manifest, in dem er den Russen die Verfassung ge­währte. Am Tage meiner Ankunft in Baku stand die Stadt in Flammen der Revolution und der Metzeleien des Pöbels. Ich selbst musste zu meinem Vater in einem Trog gebracht werden, worauf mein Vater mich samt meiner Amme hinausschmeißen wollte.

So begann mein Dasein.

Vater: Ölindustrieller; Mutter: radikale Revolutionärin; ich selbst also von Geburt aus dazu bestimmt, beides in mich auf­nehmend, liberaler Kapitalist zu werden. Dazu ist es aber nie ge­kommen. Die ersten Kindheitseindrücke: die Bohrtürme mitten in der flachen, öden Sandwüste, der Gesang des Muezzins in der Moschee und der verfallene maurische Palast der alten Herrscher. Diesem Palast galt meine Liebe. Er erhob sich mitten im alten asiatischen Stadtteil und wurde von der gesamten ölgierigen Menschheit von Baku verachtet. Mein Vater, der vierzig Jahre in Baku verbracht hatte, wusste kaum etwas von seiner Existenz. Ich entdeckte ihn für mich selbst und verbrachte dann endlose Stun­den im Gerichtshof der alten Fürsten von Baku, am mächtigen, arabeskenverzierten Tor den Thronsaales, zwischen den zerfalle­nen Säulenkolonnen und unverständlichen Inschriften. Die Liebe zum alten, ungepflegten Schloss wuchs allmählich zur Liebe für die Menschen, die in das Schloss gehören. Um den Palast der alten Khane, um die Stadt zog sich die Wüste. Mit acht Jahren saß ich unbeweglich und faul auf dem Dach unseres Hauses und machte Verse über beides, die Wüste und den Palast. Beides wurde für mich zum Inbegriff einer stillen, alten, schweigsamen Größe, von der die Menschen um mich herum keine Ahnung hatten.

Jeden Sommer, von meinem zweiten Lebensjahre an, reiste ich nach Deutschland. Dort gab es weder Wüsten noch ungepflegte Ruinen. Die Menschen trugen einen Scheitel, waren immer gewaschen und hatten blaue Augen. Die stillen Korridore der deutschen Hotels, die lautlosen Diener und die Butterbrote in den Händen der Gepäckträger flößten mir grauenhafte Angst ein. Es war die Angst vor dem unbekannten, unverständlichen, modernen Leben. Dann kam der Krieg und die Deutschland­reisen hörten auf.

Kriegsjahre? Ich habe von ihnen wenig verspürt; meine Er­zieherin war eine Deutsche. Ich sprach mit ihr deutsch und hoffte mit ihr zusammen, dass die Deutschen siegen und in Baku ein­ziehen werden. Ich versprach mir davon einen einzigartigen Skandal, Straßenkämpfe, Schüsse, Unordnung und etliche angenehme und erfreuliche Dinge. Diese angenehmen und erfreu­lichen Dinge kamen von einer anderen gänzlich unerwarteten Seite. Die Revolution brach aus, als ich 13 Jahre alt war, und mit ihr begannen die heiß ersehnten Straßenkämpfe, Skandale und Unordnung. Vom Tage der Abdankung des Zaren an wurde ich zuerst nur gefühlsmäßig aus Mitleid für die gefallene Größe, dann immer bewusster, ein entschiedener Monarchist, was aber keineswegs mit der bolschewistischen Enteignung der Ölquellen zusammenhing. Es folgten die zügellosen Jahre der Revolution und des Bürgerkrieges. Straßenkämpfe. Blutige Leichen bedeck­ten die die Straßen Bakus; vielleicht mehr als die Straßen irgend­einer anderen Stadt des alten Zarenreiches. Dann kommt die Flucht, zuerst nach Turkestan und Persien, wo ich beim Anblick der Wüsten beinahe die ganze Revolution vergaß, dann eine kurze Wiederkehr in die Heimat und zuletzt wieder die bol­schewistische Invasion. Ich fliehe. Mein Vater folgt mir. Einige Stunden verbringe ich in der Tscheka, werde dann mit Hilfe einer kleinen Lüge freigelassen und setze die Flucht fort. Aber hinter der damaligen Grenze des Bolschewistenreiches, in Geor­gien, werde ich als Agent der Dritten Internationale wieder für einige Stunden verhaftet. Dann folgt eine kurze Erholung von den roten Plakaten, von zwangsweisem kollektivistischen Glück und dem Terror. Die Erholung dauert nur wenige Monate. Die bolschewistischen Truppen rücken heran. Wir fliehen wieder, diesmal nach Konstantinopel, wo ich zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Revolution zu denken und zu fühlen beginne. In Konstantinopel regt sich das Alte wieder. Ich pilgere zu den Mo­scheen, zum Palast des Sultans, zu dem allwöchentlichen Selamlik. Der Sultan, der damals mehr Titel als unter seiner Herrschaft stehende Kilometer hatte, flößt mir dieselben Gefühle des Mit­leids und der Ergebenheit ein wie einst der Zar. Am Bosporus vergesse ich allmählich das brennende Gefühl des Hasses, das in mir in den Tagen der Revolution jeder Arbeiter, jeder radikale Politiker schon allein durch seine Existenz erweckt hatte. In mir entsteht das erste Bedürfnis, die monarchistische Überzeugung vernunftmäßig zu rechtfertigen. Diese erste Rechtfertigung ist denkbar einfach: Es kommt nicht auf die Regierungsform, son­dern auf die Regierungsart an. Je weniger eine Regierung ver­sucht, mich glücklich zu machen, desto wohler fühle ich mich. Die Erfahrungen der bolschewistischen Revolution und der zwangsweisen Glücklichmachung haben mir diese Weisheit ge­geben. Von diesem Standpunkt aus ist die Frage, ob Monarchie oder Republik, gänzlich gleichgültig. Doch ist die Monarchie immerhin vorzuziehen, weil sie trotz allem weniger Schatten­seiten besitzt als sämtliche nichtmonarchistischen Regierungs­formen, die ich kennengelernt habe. Die späteren europäischen Erfahrungen haben diese Weisheit in keiner Weise erschüttert.

Konstantinopel macht aber gleichzeitig in mir von neuem das Gefühl des Islams lebendig. Der Weltglaube, der Panislamismus, der Wunsch, den islamischen Frieden der Menschheit zu er­schließen, bestimmt jahrelang mein Dasein. Der theokratische Imperialismus des Islams, der innere Friede, den er der Mensch­heit gibt, fesselt mich unwiderstehlich. Das monarchistische Ge­fühl findet auf diese Weise seine theologische und zugleich inter­nationalistische Rechtfertigung.

Die unbekannte Größe Europas zieht mich aber an. Es folgt Italien und die vornehme katholische Klosterschule in Rom, dann Paris, und zuletzt, seit mehr als einem Jahrzehnt, Deutsch­land.

In Deutschland beginnt zuerst die praktische Politik. In einer dunklen, verrauchten Kneipe im Norden Berlins versammeln sich die wenigen Panislamisten. Unsere Zahl wächst, im ver­rauchten Zimmer werden alle Sprachen des Orients gesprochen, hin und wieder auch deutsch. Wohl die Hälfte der Anwesenden sind englische oder russische Spione. Der Anführer ist ein indi­scher Eunuch, der gleichfalls später in englische Dienste tritt. Wir alle zusammen treiben Politik, der Krieg hat uns alle irgend­wie aus der Bahn gebracht, Verschwörungen werden organisiert, Attentate vorbereitet und nicht ausgeführt, Aufrufe verfasst. Ich halte Vorträge über das Kalifat und schreibe Gedichte. Zugleich immatrikuliere ich mich bei der Universität. Die Semester rollen ab, ohne eine wesentliche Spur zu hinterlassen. Die praktische Politik beginnt mich zu ekeln. Der praktische Panislamismus artet in Klatsch, gegenseitige Verleumdungen und Misstrauen aus. Der praktischen Politik folgt die praktische Literatur, das Stadium, in dem ich mich auch gegenwärtig befinde, ohne es bis jetzt bedauert zu haben. Ich bin deutscher Schriftsteller. Die vie­len Völker, die ich besucht, die vielen Ereignisse, die ich gesehen habe, haben mich zum vollendeten Kosmopoliten erzogen. Doch liebe ich Deutschland, weil es (lache da, wer lachen will!), das bestorganisierte und bequemste Land der Welt ist, was ich im Gegensatz zu den meisten jungen Zeitgenossen keineswegs als ein Manko empfinde. Im Gegenteil; ich erdreiste mich, gerade darin die eigentliche Aufgabe eines jeden Staates und die primi­tivste Vorbedingung jeglicher Kultur zu erblicken.

Weshalb ich heute, trotz des jahrelangen Aufenthaltes in einer Republik, Monarchist geblieben bin und mit jedem Tage immer monarchistischer werde? Diese Frage ist nicht schwer zu beant­worten. Die heutige Welt steht vor zwei großen Gefahren: des Bolschewismus und des alles überwuchernden Nationalismus. Gegen diese beiden Gefahren kenne ich nur ein Mittel — die Monarchie, allerdings die wahre Monarchie und nicht ihre ver­fassungsmäßige, national begrenzte, wilhelminische Abart. Was ist die wahre Monarchie? Für mich ist sie das einzige über­parteiische, überstaatliche und übernationale Prinzip, mit dem die Menschheit erfolgreich regiert werden kann. Ich weiß: die Menschheit zerfällt in Völker, die Völker in Klassen. Doch ist die Klasse keineswegs die letzte Teilung der Menschheit. Außer dem Klassenkampf gibt es einen Kampf der Parteien innerhalb einer Klasse und den Kampf der Führer innerhalb einer Partei. Die Monarchie, ein legitimes föderatives Imperium mit dem Monar­chen als einem gänzlich klassenlosen, beinahe übermenschlichen Gipfel der Menschheitspyramide, ist der gegebene Ausweg für die Menschheit, die an Parlamentarismus, Nationalismus, Bol­schewismus und ähnlichen Relativitäten leidet. Zur Rechtferti­gung dieses Standpunktes könnten Traktate geschrieben und Vorträge gehalten werden. Meine Absicht ist das nicht, denn ich versuche prinzipiell nie einen politisch Andersgläubigen zu überzeugen. Nur das eine muss hervorgehoben werden: in der heutigen Zeit wird der Begriff der Monarchie oft mit dem Be­griff der Diktatur verwechselt. Nichts ist fehlerhafter! Diktatur und Monarchie sind absolute Gegensätze, schon deshalb, weil die Diktatur sämtliche Schattenseiten einer Monarchie besitzt, ohne auch nur einen einzigen ihrer Vorteile aufzuweisen.

Phantasien? Vor einigen Jahrzehnten lebte in der Stadt Zürich ein armer Mann mit einer großen Glatze. Er lebte in den be­scheidensten Verhältnissen und phantasierte. Selbst der Polizei erschien er als ein harmloser Phantast. Dieser Mann hieß Lenin. Seitdem ich dieses weiß, glaube ich an keine unerfüllbaren Phantasien mehr.

 

The Consequences of an Imputation – by H. Ahmed Schmiede

Translation of the Turkish-language article “Bir isnadin akibeti,” written by Achmed Schmiede in response to Semih Yasicioglu’s preface to the Turkish edition, Hürriyet Publishing House, Istanbul 1971. It claimed that Yusuf Vezir Chemenzeminli was the author of “Ali and Nino.

 

The Consequences of an Imputation

By H. Ahmed Schmiede

 

Actually I would like to start this article with a Turkish proverb: The liar’s candle only burns till sunset. But the assertion that I intend to refute here, I would not like to label a lie. A lie is when someone makes a false claim on purpose. I suppose there was no ill intent behind the imputation I am referring to. But it was brought into the world in a surprisingly thoughtless, even irresponsible way. One would have to describe the whole thing as gross negligence; especially when one realizes that it is about two writers who have not been alive for a long time and can therefore no longer defend themselves. The victims of the imputation are the Azerbaijani Lev Nussimbaum, who has written some works under the pseudonyms Kurban Said (‘Kurban’ means of all things “sacrifice”!) and Essad Bey, as well as the Azerbaijani writer Yusif Vezir Çemenzeminli.

In 1971 I became aware of a novel “Ali and Nino” published by Hürriyet in Turkey under the name Kurban Said. In the foreword it was claimed that this name is a pseudonym and that the real author of the Azerbaijani novel is Yusif Vezir Çemenzeminli.

The same work was published in German as a serial novel in Stern magazine and later, in 1973, as a book. I was delighted about this success of an Azerbaijani writer in the West – regardless of the content of this book. This novel was also published in several other Western countries, including England and the USA, in large printruns and became a bestseller.

However, the book published in Turkey was a translation. From what I’d heard, it was even a translation from English. But what kind of strange logic is it that a book by an Azerbaijani author is first printed in English and then translated into Turkish? The translator Semih Yazıcıoğlu puts this question in his foreword as follows:

“Stormy times cause destruction as well as the birth of great artists. “Ali and Nino” and its writer Kurban Said have become the victim of such a stormy time.

Who knows, if an enthusiast called Jenia Graman, who was a painter in Berlin in the 1930s, had not seen on the a dusty bookshelves of a second-hand bookshop in West Berlin, a copy of “Ali and Nino”, which she had read in Vienna 32 years earlier, perhaps the misfortunes of both the work and the already forgotten writer would continue.

This coincidence added an unknown work to the history of literature. Because when Jenia Graman re-read “Ali and Nino”, which she had seen in the Austrian capital in 1937, she immediately decided to bring to light this masterpiece. She translated it into English, and one of the greatest movements of recent years began in the history of literature with the release of the novel last spring.”

But what language was the novel translated into English from? Yazıcıoğlu touches on this point by quoting a letter he received from an Azerbaijani named Mustafa Türkekul living in the USA. The letter reads as follows:

“It is true that “Ali and Nino” was originally written in Azerbaijani-Turkish. Afterwards, Yusif Vezir translated this work into German with the help of a German friend. Later, he presented the German translation of this work to a publishing house in the capital of Austria, Vienna.”

It appears from these notes that this novel, printed in Turkey, is a book that was (allegedly) written in Azerbaijani, then translated from there into German, from there into English and from there into Turkish. Nevertheless, Semih Yazıcıoğlu says:

“The style of the book, the language behind the translation, and the general atmosphere of the work leave no doubt that it is written in Azerbaijani-Turkish.”

Let us now come to the central claim in the foreword of the Turkish edition of “Ali and Nino” that the pseudonym Kurban Said is actually Yusif Vezir Çemenzeminli.

“Two Azerbaijani Turks living in the United States brought to light Kurban Said’s true identity and life story. One of them, Mustafa Türkekul was a well-known literary writer, he also had written a book on writers who were killed in the purges in Russia in 1937. This work was published in Istanbul in 1963 under the title of “Hüseyin Cavid”. After immigrating to America, he started to work as an accountant in a Washington hotel. The other Azerbaijani was a teacher named Yusuf Kahraman and was working as a radiologist in a Washington hospital.

It was Yusuf Kahraman who drew the attention of Türkekul to a review published in the Washington Star about their home country. Then they read the book head by head in one night until the morning. As dawn broke, the story of the unknown author of “Ali and Nino” was clear to them. Because Kahraman and Türkekul had seen that the novel was the story of a real drama. They recognized the streets, avenues, squares, palaces, and even the surnames of some families mentioned in the book. The conclusion of the two Turks was this: “Ali and Nino” was a long lost work of a well-known writer from Azerbaijan. The author hid behind the name of Kurban Said was none other than the famous Azeri writer Yusuf Vezir, who signed some of his works as “Chemenzeminli”.

So the story of “Ali and Nino” and its author was “lit up” in one night. Today we know that light was shed onto nothing in that night, quite to the contrary, the problem of the authorship was messed-up even more, and poor Mr. Yusif Vezir found himself with an eternal child he knew nothing about, and which appeared only years later.

As we have seen above, it has been alleged that the novel “Ali and Nino” was translated from Azerbaijani into German, or, as some others claim, from Russian into German. After reading the Turkish edition, I picked up the German version. I am a translator myself. My native tongue is German. It was crystal clear to me that the German version was not a translation but an original work. And somehow I felt that I was no stranger to its style. Nevertheless, the work could still have been by Yusif Vezir. Why shouldn’t he really have written it with the help of a German friend? On the other hand, Türkekul said that an Azerbaijani original was absolutely essential. Fine, but where was this original? I got in touch with Deutsches Pressehaus [German House of the Press] in Munich and asked if anything was known about the fate of the original manuscript. The person in charge told me that they were aware of the allegations made by the two Azerbaijanis, Türkekul and Kahraman, but that at the same time some people were convinced that the novel was written by someone named Lev Nussimbaum, a writer, whose father was a Jew and whose mother was an Azerbaijani Muslim who was born in Baku and fled to Europe during the October Revolution and wrote a number of books there under the pseudonym Essad Bey.

I was becoming interested in dissolving the darkness lying on this riddle. However, there was nothing to be dissolved, the whole truth was already on the table! But some time had to pass before I realized that.

When I was invited to Baku in September 1973 to take part in the celebration of the 600th birthday of the poet Seyyid Imadeddin Nesimi, I consulted my friend Prof. Abbas Zamanov on this matter. He told me that this was an irrelevant claim and that Yusif Vezir could not have written such a work for scientifically proven reasons. (Abbas Zamanov is Director of the Chair of Modern Azerbaijani Literature at Baku University and is therefore a competent expert in this field).

After receiving this information from him, I thought that it might be useful to follow Essad Bey’s trail and – I was not mistaken!

There are two German-language novels under the name Kurban Said. The first is the book we are talking about here, the work “Ali und Nino” (in Turkish: Ali ile Nino) first published in 1937, the second the “Das Mädchen vom Goldenen Horn” (Haliç’ten gelen kız – The Girl from the Golden Horn) printed in 1938 .

In order to elucidate the relationship between Kurban Said and Esad Bey, I took a look at the magazine “Al-Islam”, which was first published in 1969 and which contains a short bibliography “Islam in self-testimony” by the Yugoslav Turkologist Dr. Smail Balic. After finding Essad Bey there, I wrote a letter to Dr. Balic. He replied with the following: “‘Kurban Said’ is a joint pseudonym for Baroness Elfriede Ehrenfels von Bodmersdorf and Lev Nussimbaum.”

When I heard “Ehrenfels”, I remembered the Austrian nobleman and Muslim scientist Prof. Ömer von Ehrenfels, whom I have known for many years and whom I respect very much. Through the contact I made with Prof. Ömer about this matter, I learned that he himself had been the friend of Essad Bey (that is, Lev Nussimbaum) for many years and that he would eventually, after writing a few documentary works, had become interested in writing novels and that he had started writing under the pseudonym Kurban Said. Essad Bey even wrote his second novel “Das Mädchen vom Goldenen Horn” with the help of Prof. Ömer’s divorced wife, Baroness Elfriede Ehrenfels von Bodmersdorf, and of course again under the pseudonym Kurban Said.

The written answer I received to the question I asked Baroness Ehrenfels, the original of which I have kept, is as follows:

10 June 1974

Dear Mr Schmiede,  I would like to inform you as a translator and interpreter for Turkic languages who has traveled Baku, that Kurban Said was the pen name of the writer Essad-bey, who came from Baku, and with whom I have cooperated in Vienna in 1938 on the publication of his novel: The Girl from the Golden Horn.

Yours sincerely
Elfriede Ehrenfels, née Bodmershof

So there is no longer any serious doubt about the identity of Kurban Said.

Let us turn one last time to the Turkish foreword which Mr. Semih Yazıcıoğlu added to the Turkish edition of the novel “Ali and Nino”:

“When the day comes, the other works by Kurban Said alias Yusif Vezir Çemenzeminli will also take their place on the Turkish bookshelf.”

Despite all our other disagreements, I agree with Mr. Yazıcıoğlu on this hope. Even if Yusif Vezir Çemenzeminli is not Kurban Said, I am sure that he is a writer who is worthy to be known and liked in Turkish and world literature.

Who knows, maybe one day in this way – albeit in the opposite direction – it will be of use to the cause that Türkekul and Kahraman have racked their brains for one night.

Bir isnadın akıbeti – Yazan: H. Ahmed Schmiede

Bir isnadın akıbeti

Yazan: H. Ahmed Schmiede

Aslında yazıma bir Türk atasözü ile başlıyasım gelmişti: Yalancının mumu yatsıya kadar yanar. Fakat çürütmeğe karar verdiğim iddiaya yalan damgasını vurmak istemem. Yalan, mahsus olarak ileri sürülen bir yanlış sözdür. Halbuki burada bahsedeceğim mesele, her halde kötü niyetle değil, fakat şaşırtıcı bir düşüncesizlikle, hatta mesuliyetsizlikle ortaya atılan bir isnadın etrafında döner. Hele çoktan öldüklerinden kendilerini müdafaadan tam manasıyla aciz İki yazar hakkında ortaya atılmış olduğunu göz önüne tutarsak, bu işe kaba gaflet dememiz gerekir. İsnadın kurbanları, KURBAN (!) SAİD ve ESAD BEY mahlasları altında birçok eserler yazan Azerbaycanlı Lev Nussimbaum ile yine Azerbaycanlı yazar YUSÎF VEZİR ÇEMENZEMİNLİ’dir.

1971 yılında Türkiye’de “HÜRRİYET” yayınları meyanında Kurban Said diye bir kimsenin adı altında çıkan, “Ali ile Nino” adlı bir roman dikkatimi çekmişti. Kitabın önsözünde, bu Kurban Said isminin takma ad olduğu açıklanarak, romanın asıl yazarının Azerbaycanlı edip Yuslf Vezir Çemenzeminli olduğu iddia ediliyordu. Akabinde aynı eserin Almanca olarak “STERN” mecmuasında tefrika şeklinde yayımlandığını, daha sonra 1973’te kapışılan bir kitap halinde görünce, itiraf etmeliyim ki, Azeri edebiyatının hayranı, olarak bir Azerbaycanlı yazarın Batı’daki bu başarısı – kitabın münderecatı ne olursa olsun – bana pek cazip geldi. Çünkü bu roman aynı zamanda diğer bazı batı ülkelerinde, bu meyanda İngiltere ve Birleşik Amerika’da da büyük tirajlarla piyasaya çıkmış ve (bestseller) olmuştu.

Ancak: Türkiye’de çıkan kitap, çeviri idi. Hatta duyduğuma göre İngilizce’den çeviri idi. Bu ne hikmetti ki, Azerbaycanlı bir yazarın eseri İngilizce olarak basılsın, sonradan Türkçe’ye cevrilsin? Mütercim Semih Yazıcıoğlu, önsözünde bu hususu söyle anlatır:

“Fırtınalı devirler büyük sanatçıların doğumuna vesile olduğu kadar, yıkımına da sebep olur. *Ali ile Nino’ ile yazarı Kurban Said de işte böyle bir fırtınalı devrenin kurbanı olmuş bir kitapla yazarıdır.

Kim bilir, belki 1930 yıllarında Berlin’de ressamlık etmiş Jenia Graman adlı bir meraklı Batı Berlin’deki bir sahaf dükkanının tozlu raflarından birinde 32 yıl evvel Viyana’da okuduğu ”Ali ile Nino”ya rastlamasaydı, belki hem eserin, hem de çoktan unutulmuş yazarının bahtsızlıkları devam edecekti.

Bu tesadüf edebiyat tarihinin meçhullerinden birine son verdi. Çünkü Jenia Graman, 1937’de Avusturya başkentinde gördüğü ”Ali ile Nino”yu tekrar okuduğu zaman bu şaheseri derhal aydınlığa çıkarmağa karar verdi, onu Ingilizceye çevirdi ve romanın geçen baharda yayınlanmasıyla edebiyat tarihinde son yılların en büyük hareketlerinden biri başladı.

Fakat İngilizce’ye hangi dilden çevrilmiş ? Bu noktaya Sayın Yazıcıoğlu, ABD’de yaşayan Mustafa Türkekul isimli bir Azerbaycanlı ‘dan aldığı mektubu dercettirmekle temas eder. Mektupta – meyanda – şöyle denilir:

“Eli ve Nino’nun original olarak, Azeri Türkçesi ile yazıldığı mühekkektir. Sonradan Yuslf Vezir bu eseri bir Alman dostunun kömeyi ile Almanca yazır. Sonradan bu eserin Almancasını Avusturyanın merkezi Vena şeherinde bir neşriyat evine takdim edir.”

Bu notlardan aydın olur ki, Türkiye’de basılan roman, (güya) Azerbaycanca olarak kaleme alınmış iken, oradan Almancaya, oradan Ingilizceye, oradan da Türkçeye çevrilen bir kitaptır. Buna rağmen Semih Yazıcıoğlu der ki:

“Gerek kitabın üslûbu, gerek çevirinin ardındaki dil, gerek eserin genel havası onun Azeri Türkçesiyle yazılmış olduğundan şüphe bırakmamaktadır.”

Gelgelelim, Kurban Said mahlası arkasında Yusif Vezir Çemenzeminli’nin gizlendiği merkezindeki İddianın, “Ali ile Nino”nun Türkçe neşrine koşulan mukaddemedeki tezahür şekline:

“Kurban Said’in gerçek kimliğini ve hayat hikayesini aydınlığa çıkaran Amerika’da yaşayan İki Azerbaycanlı Türk oldu. Bunlardan biri, Mustafa Türkekul tanınmış bir edebiyatçıydı, 1937 yılında Rusya’daki temizlikler sırasında öldürülen yazarlar üzerine bir de eseri vardı. Bu eser 1963’te İstanbul’da ‘Hüseyin Cavid’ adıyla yayınlanmıştı. Amerika’ya göç ettikten sonra Washington otellerinden birinde muhasebecilik yapmağa başlamıştı. Öteki Azerbaycanlı ise Yusuf Kahraman adlı bir öğretmendi ve Washington hastanelerinden birinde radyolog olarak çalışıyordu.

Memleketleri hakkında Washington Star gazetesinde yayınlanan bir eleştiri yazısına arkadaşı Türkekul’un dikkatini çeken Yusuf Kahraman olmuştu. Sonra kitabı alıp bir gece kafa kafaya vermişler ve onu sabaha kadar okuyup bitirmişlerdi. Ertesi sabah şafak sökerken ”Ali ile Nino” ile meçhul yazarının hikayesi aydınlanmıştı. Çünkü Kahraman’la Türkekul romanın gerçek bir dramın hikayesi olduğunu görmüşlerdi. Eserde adı geçen sokakları, caddeleri, meydanları, sarayları, hatta bazı ailelerin soyadlarını bile tanımışlardı. İki Türkün vardıkları sonuç şudur: ”Ali ile Nino”, Azerbaycan’da büyük ün yapmış bir yazarın yıllardır kayıp bir eseriydi. Kurban Said adı ardında gizlenmiş yazar ise bazı eserlerine ‚Çemenzeminli’ diye imza atan ünlü Azeri yazarı Yusuf Vezir’den başkası değildi.”

Demek bir gece içerisinde “Ali ile Nino” ve yazarının hikayesi “aydınlanmıştı”. Bugün biliyoruz ki, o gece hiç bir şey aydınlanmamış, aksine bu müellif meselesi adamakıllı arapsaçına döndürülmüş ve zavallı Yusif Vezir Beyin, haberi olmadığı bir edebi yavru, yıllar sonra ortaya çıkıveren veledizina kabilinden bağrına bastırılmıştı.

Yukarıda gördüğümüz gibi, “Ali ile Nino” adlı romanın Azerbaycanca’dan Almanca’ya veya diğer bazı kimselerin iddia ettikleri gibi Rusça’dan Almanca’ya çevrilmiş olduğu ileri sürülmektedir. Türkçe neşrini okuduktan sonra Almancasını ele aldım. Kendim mütercimim. Anadilim Almanca’dır. Almanca metnin tercüme değil, bilavasıta telif olduğu bana gün kadar aydın oldu. Ve üslûbunun bana yabancı olmadığını hisseder gibi oldum. Buna rağmen eser yine de Yusif Vezir’in olabilirdi. Onu gerçekten bir Alman dostunun yardımı ile niye yazmış olmasındı ? Diğer taraftan Türkekul bir Azerbaycanca orijinalinin mutlaka mevcut olması gerektiğinden bahs ediyordu. Peki, bu orijinal nerede idi ? Münih’te kâin Alman neşriyat evi İle temas kurup, orijinal müsveddenin akıbeti hakkında bir şeyler bilinip bilinmediğini sordum. Oradaki ilgili şahıs bana, Türkekul ve Kahraman adlı Azerbaycanlı’ların iddialarından haberdar olduğunu, aynı zamanda birçok kimseler tarafından romanın Lev Nussimbaum isimli, babası musevi, anası da bir Azerbaycanlı müslüman kadını olan, Baku’da doğmuş vefakat Ekim inkilabından Avrupa’ya kaçmış ve buralarda Esad Bey mahlası altında bir sıra kitabın müellifi olan kimse tarafından yazıldığına inanıldığını söyledi.

Bu meselenin etrafındaki karanlığı çözmek hevesine düştüm. Meğer ki, bunda çözülecek bir şey yokmuş, aslında bütün hakikat ortada imiş! Fakat bunu anlayıncaya kadar daha bir az vakit geçecekti.

1973 yılanın Eylül ayında, şair Seyyid Imadeddin Nesimi’nin 600.cü doğum yıldönümü ile ilgili merasimlere katılmak üzere Baku’ya gittiğimde bu meseleyi dostum Prof.Abbas Zamanov’a danıştım. Bunun asılsız bir iddia olduğunu, Yusif Vezir’in böyle bir eser yazmasının ilme dayanan birçok sebeplerden ötürü mümkün olamayacağını bana söyledi. (Abbas Zamanov, Baku Üniversitesi Çağdaş Azerbaycan Edebiyatı kürsünün müdürü ve bu işin böylece kompetanıdır).

Yerinden aldığım bu malumattan sonra Esad Bey İznini takip etmenin belki faydalı olacağını düşündüm ve – yanılmamışım!

Kurban Said adı altında iki Almanca roman mevcuttur. Birincisi yukarıdan beri bahsettiğimiz 1937 yılında ilk kez çıkan “Ali und Nino” (Ali ile Nino), ikincisi de 1938 yılında basılan “Das Mädchen vom Goldenen Horn” (Haliç’ten gelen kız).

Kurban Said – Esad Bey irtibatını aydınlaştırmak maksadıyla İlk evvela 1969 yılında yayımladığım “Al-İslam” adlı mecmuada dercettirdiğim, Yugoslavyalı Türkolog Dr. Smail Balic’in “Der İslam in Selbstzeugnissen” adlı muhtasar bibliografisine bir göz attım ve Esad Bey’in orada zikredildiğini görünce Dr. Balic’e mektup yazdım. Balic cevabında şöyle der: ”’Kurban Said’, barones Elfriede Ehrenfels von Bodmershof ile Leo Noussimbaum’un müşterek tahallüsüdür.”

Ehrenfels deyince, uzun yıllardan beri tanıştığım vs çok hürmet ettiğim Avusturyalı asilzade ve müslüman alimi Prof. Ömer von Ehrenfels akla geldi. Prof. Ömer ile bu mesele İle ilgili olarak yaptığım temas neticesinde, kendisinin uzun yıllar boyu Esad Bey’in (yani Lev Nussimbaum’un) dostu olduğunu, onun, bir takım dokumanter (senetli) eser yazdıktan sonra nihayet romancılığa heves ettiğini ve Kurban Said mahlası İle yazmağa başladığını öğrendim. Hatta ikinci romanını (“Das Mädchen vom Goldenen Horn”) Esad Bey, Prof. Ömer’in boşanmış zevcesi barones Elfriede Ehrenfels von Bodmershof’un yardımı ile ve tabii yine Kurban Said mahlası altında yazmıştı.

Barones Ehrenfels’e vaki sualime aldığım ve aslı uhdemde saklı yazılı cevabın Türkçe tercümesi aynen böyledir:

 

A-3522 Lichtenau, N.Ö., 10 Haziran 1974

Herrn

A. Schmiede, BDÜ Sonnenstraße 11,

D-8059 Moosinning

Sayın Bay Schmiede,

Baku’ya seyahat etmiş Türk dilleri mütercimi olan size şunu bildirmek isterim: KURBAN SAİD tahallüsü, Baku’lu Muhammed Esad Bey’in yazarlık mahlaslarındandır. Adı geçenle birlikte ben 1938 yılında Viyana’da “Das Mädchen vom Goldenen Horn” romanını neşrettirmiştim.

Samimi selâmlarımla

(imza)

(Elfriede Ehrenfels, Bodmershof)

 

Böylece Kurban Said’in kimliği hakkında ciddi bir şüphe kalmamıştır.

Son bir defa Sayın Semih Yazıcıoğlu’nun, ”Ali ile Nino” romanının Türkçe neşrine koştuğu önsöze dönelim:

“Günü gelince, diğer eserleri de yerini alacak Türk kitaplığında Kurban Said – Yusuf Vezir Çemenzeminli’nin”.

Bütün diğer görüş ayrılığımıza rağmen Semih Beyle bu temennide birleşiyoruz. Kurban Said değilse de, Yusif Vezir Çemenzeminli’nin Türkiye ve dünya edebiyatında bilinmeğe, sevilmeğe layık bir yazar olduğuna eminim.

Kim bilir, belki Türkekul ve Kahraman’ın bir geceki kafa patlatmaları böylece – tersten de olsa – günün birinde işe yarar hale gelir.

“Die Folgen einer Unterstellung” von Ahmed Schmiede

Übersetzung des türkischsprachigen Artikels “Bir isnadin akibeti”, den Achmed Schmiede als Entgegnung auf Semih Yasicioglus Vorwort zur türkischen Ausgabe, Hürriyet Verlag, Istanbul 1971, verfasst hatte. Darin wurde behauptet, dass Yusuf Vezir Chemenzeminli der Autor von “Ali und Nino” sei.

 

 

Die Folgen einer Unterstellung

Von H. Ahmed Schmiede

 

Gern möchte ich diesen Beitrag mit einem türkischen Sprichwort beginnen: Die Kerze des Lügners brennt nur bis Sonnenuntergang. (Vgl: Lügen haben kurze Beine) Aber die Behauptung, die ich hier zu widerlegen beabsichtige, möchte ich ungern als Lüge abstempeln. Eine Lüge liegt vor, wenn jemand absichtlich eine falsche Behauptung aufstellt. Doch hinter der Angelegenheit, auf die ich hier zu sprechen komme, steckt vermutlich keine böse Absicht, es handelt sich vielmehr um eine Unterstellung, die in erstaunlich unbedachter, sogar verantwortungsloser Weise in die Welt gesetzt wurde. Man müßte das Ganze als grobe Unachtsamkeit bezeichnen; insbesondere wenn man bedenkt, daß es dabei um zwei Schriftsteller geht, die seit langem nicht mehr

leben und sich daher in keiner Weise rechtfertigen können. Die Opfer dieser Unterstellung sind der Aserbaidschaner Lev Nussimbaum, der einige Werke unter den Pseudonymen Kurban Said („Kurban” bedeutet bezeichnenderweise „Opfer”!) und Essad Bey verfaßt hat, sowie der ebenfalls aserbaidschanische Schriftsteller Yusif Vezir Çemenzeminli.

1971 wurde ich in der Türkei auf einen Roman eines „Kurban Said“ aufmerksam gemacht, der unter dem Titel „Ali und Nino” im Hürriyet-Verlag erschienen ist. Im Vorwort wurde behauptet, dass der Name „Kurban Said“ ein Pseudonym sei, und dass der wirkliche Autor der Aserbaidschaner Yusif Vezir Çemenzeminli ist. Dasselbe Werk erschien später als Fortsetzungsroman auf Deutsch im STERN und kam 1973 in Buchform auf den Markt, was mich als als ausgesprochener Bewunderer der aserbaidschanischen Literatur zugegebenermaßen erfreute. Das Buch fand reißenden Absatz und ich freute mich über diesen Erfolg eines aserbaidschanischen Schriftstellers im Westen – unabhängig vom Inhalt des Buches. Dieser Roman war nämlich auch in einigen anderen westlichen Ländern, darunter England und die USA, in hohen Auflagen erschienen und zum Bestseller geworden.

Allerdings war die in der Türkei erschienene Ausgabe eine Übersetzung. Wie ich hörte, war sie sogar eine Übersetzung aus dem Englischen. Aber was ist das für eine merkwürdige Logik, dass ein Buch eines aserbaidschanischen Autors zuerst auf Englisch gedruckt und danach ins Türkische übersetzt wird? Der Übersetzer Semih Yazıcıoğlu erörtert diese Frage in seinem Vorwort folgendermaßen:

„So wie stürmische Epochen zur Geburt großer Schriftsteller führen, können sie auch zum Anlass für deren Niedergang werden. Auch das Buch ‚Ali und Nino’ und sein Autor Kurban Said sind Opfer einer solchen stürmischen Epoche geworden. Hätte eine aufmerksame Kundin namens Jenia Graman, die in den 1930er Jahren in Berlin als Malerin tätig war, das Buch Ali und Nino , das sie vor 32 Jahren in Wien schon einmal gelesen hatte, in den verstaubten Regalen eines Westberliner Antiquariats nicht wiederentdeckt, wer weiß wie lang dieses Werk und sein seit langem in Vergessenheit geratener Autor noch auf ihre Sternstunde hätten warten müssen. Dieser Zufall beendete aber die Anonymität eines der Literaturgeschichte bisher völlig Unbekannten. Denn als Jenia Graman den Roman ‚Ali und Nino’, den sie im Jahre 1937 in der österreichischen Hauptstadt sah, erneut gelesen hatte, beschloß sie, dieses Meisterwerk umgehend aus der Versenkung ans Tageslicht zu befördern. Sie übersetzte es ins Englische, und die Veröffentlichung des Romans im vergangenen Frühjahr setzte eine der größten Bewegungen der Literaturgeschichte der letzten Jahre in Gang.”

Aber aus welcher Sprache wurde der Roman ins Englische übersetzt? Diesen Punkt berührt der geschätzte Yazıcıoğlu, indem er einen Brief zitiert, den er von einem in den USA lebenden Aserbaidschaner namens Mustafa Türkekul erhielt. In dem Brief heißt es folgendermaßen:

“Es ist ganz sicher, dass ‚Ali und Nino’ im Original auf Aserbaidschanisch verfasst wurde. Danach übertrug Yusif Vezir dieses Werk unter der Anleitung eines deutschen Freundes ins Deutsche. Anschließend reichte er die deutsche Fassung dieses Werkes bei einem Verlag in der österreichischen Hauptstadt Wien ein.”

Aus diesen Notizen geht hervor, daß es sich bei diesem in der Türkei gedruckten Roman um ein Buch handelt, das angeblich auf Aserbaidschanisch verfaßt wurde, dann ins Deutsche, vom Deutschen ins Englische, und dann schließlich ins Türkische übersetzt worden ist. Dennoch behauptet Semih Yazıcıoğlu:

“Weder der Stil des Buches, noch die der Übersetzung zugrundeliegende Sprache, noch die allgemeine Atmosphäre des Werkes lassen irgendeinen  Zweifel zu, dass es auf Aserbaidschanisch verfaßt worden ist.”

Kommen wir nun zu der zentralen Behauptung im Vorwort der türkischen Ausgabe von ‚Ali und Nino’, nämlich, dass sich hinter dem Pseudonym Kurban Said in Wirklichkeit Yusif Vezir Çemenzeminli verbirgt.

“Es waren zwei in Amerika lebende Aserbaidschaner, die die wahre Identität Kurban Saids und seiner Lebensgeschichte an Licht brachten.  Einer von ihnen war Mustafa Türkekul, ein bekannter Literaturkritiker. Er hatte eine Arbeit über die Schriftsteller verfaßt, die in Rußland während der ‚Säuberungen’ im Jahre 1937 umgebracht wurden. Diese Arbeit wurde 1963 in Istanbul unter dem Namen Hüseyin Cavid veröffentlicht. Nachdem seiner Auswanderung nach Amerika, arbeitete er in einem Hotel in Washington als Buchhalter. Der andere Aserbaidschaner war ein Lehrer namens Yusuf Kahraman, der in einem Washingtoner Krankenhaus als Radiologe arbeitete.

Yusuf Kahraman machte seinen Freund Türkekul auf eine in der Washington Star Zeitung erschienene Kritik über ihr Heimatland aufmerksam. Daraufhin kauften sie sich das Buch, steckten eine ganze Nacht lang die Köpfe zusammen und lasen es bis zum Morgen durch. Im Morgengrauen war dann die Geschichte von ‚Ali und Nino’ und ihres unbekannten Autors geklärt. Denn Kahraman und Türkekul hatten begriffen, dass der Roman die Geschichte eines wirklichen Dramas war. Sie erkannten die im Werk erwähnten Straßen, Wege, Plätze, Paläste und sogar die Nachnamen einiger Familien. Das Ergebnis, zu dem die beiden Aserbaidschaner gelangten, war folgendes: ‚Ali und Nino’ war das jahrelang verschollene Werk eines in Aserbaidschan berühmten Schriftstellers. Der Verfasser, der sich hinter dem Namen ‚Kurban Said’ verbarg, war kein anderer als der berühmte aserbaidschanische Schriftsteller Yusuf Vezir, der einige seiner Werke mit ‚Çemenzeminli’ unterzeichnet hatte.”

Also wurde die Geschichte von ‚Ali und Nino’ und seinem Autor innerhalb von einer Nacht „erhellt”. Heute wissen wir, dass in dieser Nacht gar nichts erhellt, sondern dass ganz im Gegenteil das Autoren-Problem nun erst so richtig aufgewühlt wurde, indem man dem armen Herrn Yusif Vezir einen Jahre später aufgetauchten  literarischen Wechselbalg/Bastard___ anhängte, von dem er nichts wusste, und den ihm die Hebamme erst nach Jahren in den Schoß drückte.

Wie wir bereits feststellten, wurde behauptet, dass der Roman ‚Ali und Nino’ angeblich vom Aserbaidschanischen ins Deutsche, oder anderen Quellen zufolge vom Russischen ins Deutsche übertragen wurde. Nachdem ich die türkische Ausgabe gelesen hatte, nahm ich die deutsche Fassung zur Hand. Ich bin selbst Übersetzer und Deutsch ist meine Muttersprache. Es war mir sofort sonnenklar, dass die deutsche Fassung keine Übersetzung, sondern ein Originalwerk ist. Und irgendwie spürte ich, dass mir dieser Stil nicht fremd war. Trotzdem hätte das Werk immer noch von Yusif Vezir sein können. Wieso sollte er es eigentlich nicht mit Hilfe eines deutschen Freundes geschrieben haben?

Auf der anderen Seite hatte Türkekul davon gesprochen, dass ein aserbaidschanisches Original unbedingt vorhanden sein müsse. Aber wo war dieses Original? Ich habe mich mit dem Deutschen Pressehaus in München in Verbindung gesetzt und gefragt, ob etwas über das Schicksal des Originalmanuskriptes bekannt sei. Die dort zuständige Person sagte mir,  man wisse zwar über die Behauptungen der beiden Aserbaidschaner Türkekul und Kahraman Bescheid, dass aber gleichzeitig viele davon überzeugt seien, der Roman sei von einem Lev Nussimbaum verfaßt, einem in Baku gebürtigen Schriftsteller, dessen Vater Jude und dessen Mutter eine aserbaidschanische Muslimin war, der während der Oktoberrevolution nach Europa geflohen war und dort unter dem Pseudonym „Essad Bey“ eine Reihe von Büchern geschrieben hatte.

Es reizte mich nun, das dieses Rätsel umgebende Dunkel zu lichten. Dabei gab es da gar nichts zu lichten, die ganze Wahrheit lag bereits auf dem Tisch! Aber bis ich das erkannte, musste noch etwas Zeit vergehen.

Als ich im September 1973 nach Baku eingeladen wurde, um an der 600-Jahr-Feier zu Ehren des Dichters Seyyid Imadeddin Nesimi teilzunehmen, zog ich in dieser Angelegenheit meinen Freund Prof. Abbas Zamanov zu Rate. Er teilte mir mit, dass dies eine völlig gegenstandslose Behauptung sei, und dass Yusif Vezir ein solches Werk aus wissenschaftlich belegbaren Gründen nicht geschrieben haben könne. (Abbas Zamanov ist Direktor des Lehrstuhls für moderne aserbaidschanische Literatur an der Universität Baku und ist somit ein kompetenter Experte auf diesem Gebiet).[1]

Nachdem ich von seiner Seite diese Auskunft erhalten hatte, dachte ich mir, daß es vielleicht nützlich wäre, die Spur von Essad Bey zu verfolgen und – ich habe mich nicht geirrt!

Es gibt zwei deutschsprachige Romane, die unter dem Namen „Kurban Said“ veröffentlicht sind. Der erste ist das Buch, von dem wir hier reden, das 1937 erstmals erschienene Werk „Ali und Nino”; das zweite das 1938 veröffentlichte „Das Mädchen vom Goldenen Horn”.

In der Absicht, die Beziehung zwischen Kurban Said und Essad Bey aufzuklären, warf ich zunächst einen Blick auf die Kurzbibliographie des jugoslawischen Turkologen Dr. Smail Balic mit dem Titel „Der Islam in Selbstzeugnissen”, die ich der 1969 veröffentlichten Zeitschrift „Al-Islam” hinzugefügt hatte. Als ich entdeckte, daß Essad Bey darin aufgeführt war, schrieb ich an Dr. Balic. Er antwortete mir folgendermaßen: „‚Kurban Said’ ist ein gemeinsames Pseudonym für Baronin Elfriede Ehrenfels von Bodmershof und Leo Noussimbaum.”

Als ich den Namen „Ehrenfels“ las, fiel mir der österreichische Adlige und muslimische Gelehrte Prof. Ömer von Ehrenfels ein, den ich seit vielen Jahren kenne und hochachte. Ich nahm zu Prof. Ömer Kontakt auf und erfuhr auf diese Weise, dass er selbst viele Jahre hindurch Essad Beys (d.h. Leo Noussimbaums) Freund gewesen war, und dass dieser, nachdem er ein paar dokumentarische Sachbücher abgefaßt hatte, sich schließlich der Romanschreiberei  zuwandte und unter dem Pseudonym „Kurban Said“ zu schreiben begonnen hatte. Seinen zweiten Roman „Das Mädchen vom Goldenen Horn” hatte Essad Bey sogar mit Hilfe von Prof. Ömers geschiedener Frau, Baronin Elfriede Ehrenfels von Bodmershof geschrieben und ebenfalls unter dem Pseudonym „Kurban Said“ herausgebracht.

Die schriftliche Antwort, die ich auf die von mir an Baronin Ehrenfels gerichtete Frage erhielt und deren Original sich in meiner Obhut  befindet, lautet wie folgt:

((hier folgte der originale dt. Text, keine Rückübersetzung aus dem Türkischen:))

A-3522 Lichtenau, N.Ö., am 10. Juni 1974

Herrn H.A.Schmiede
BDÜ Sonnenstraße 11
D-8059 Moosinning

Sehr geehrter Herr Schmiede:

Ihnen als Dolmetscher und Übersetzer für Turksprachen, der Baku bereist hat, möchte ich mitteilen, dass KURBAN SAID ein Schriftstellername des aus Baku stammenden Muhammed Essad-bey war, mit dem ich an der Veröffentlichung seines Romanes „Das Mädchen vom Goldenen Horn“ im Jahre 1938 in Wien zusammen gearbeitet habe.

Mit freundlichen Grüßen,

gez. Frida Ehrenfels-Bodmershof

(Elfriede Ehrenfels, geb. Bodmershof)

Somit gibt es keine ernsthaften Zweifel mehr über die Identität von Kurban Said.

Wenden wir uns ein letztes Mal dem türkischen Vorwort zu, das Herr Semih Yazıcıoğlu der türkischen Ausgabe von „Ali und Nino” vorangestellt hat:

“Wenn der Tag gekommen ist, werden auch die anderen Werke von Kurban Said alias Yusif Vezir Çemenzeminli ihren Platz im türkischen Bücherregal einnehmen.”

Trotz all unserer sonstigen Meinungsverschiedenheiten, bin ich, was diesen Wunsch angeht, ganz einer Meinung mit Herrn Yazıcıoğlu. Auch wenn Yusif Vezir Çemenzeminli nicht Kurban Said ist, bin ich mir sicher, dass er als Schriftsteller Ansehen und Wertschätzung verdient, im türkischen Schrifttum sowie auch in der Weltliteratur. Und wer weiß, vielleicht führt eines Tages diese Nacht, in der Türkekul und Kahraman sich den Kopf zerbrachen, auf diese Weise trotz der Widersprüchlichkeit doch noch zu einem brauchbaren Ergebnis.

 

 

Essad Bey’s Pulp Novels – Their Publication History as well as an Update 2021

 

 

 

In 2008, I published Essad Bey’s two pulp novels “Love and Petroleum” and “Manuela” in their translation from Polish. Back then it was still unknown what had happened to the original German manuscripts – or whether these novels had ever been published in German.

I was able to obtain photocopies of the Polish novels in 2007 at the Zentrum Moderner Orient, Berlin. The ZMO holds the archive of Essad Bey researcher and pioneer Prof. Gerhard Höpp, who passed away in 2003.

The next day, on a walk, I met Martin Pasek, a Polish student of Germanistics, to whom I soon submitted the translator job.  Martin also got me, through friends, high-resolution scans of the original covers from the Polish National Library in Warsaw. I show these in my essay about the novels.

For the cover design, I enlisted the legendary pulp novel designer Firuz Askin in Munich (see my German blog post here).

In June 2008, the printing data for this “turnaround book” was handed over to the printer. 100 copies were produced in a print-on-demand process. It took exactly ten years to sell them.

I hesitated to reprint, which would actually have been no problem, but I wanted to revise my essay but couldn’t find the time.

Then the following happened:

Christine Bossauer, a doctorand of German Studies and Ethics, who had done her Master’s degree on Essad Bey, gave a lecture on her work at the German Studies Institute in Baku/Azerbaijan. She also mentioned the Polish publications and that nothing was known about the original German texts.  In the audience sat the Germanist Dr. Vilayet Hajiyev, with whom I happened to be already acquainted, as we had collaborated a year earlier on a volume of Azerbaijani short stories. After the lecture, Dr. Hajiyev approached Ms. Bossauer and told her that he had seen the German novels many years ago in a library in Vienna and had even made photocopies for himself. Of course, this was a huge surprise for us!

Where were the photocopies? He gave them to his old teacher, the translator Cherkez Gurbanly, who, by his many translations of Essad Bey’s books, had done a lot for his reception in Azerbaijan today. Unfortunately Mr. Gurbanly had passed away since without having had the chance to work with the novels.

Thank god, Dr. Hajiyev still remembered the title of the series of novels: “Moment”.

After a not particularly extensive search, I was able to locate an collection of these novels in the German National Library in Leipzig and order them via interlibrary loan to Frankfurt:

 

 

Then it was time to leaf through. But it wasn’t long before I found the first novel:

 

 

 

On the back of the novel I found this list:

 

Okay, so we are talking about numbers 18 and 39.

 

 

 

The joy was great.

Unfortunately, a new publication of the novels in the original text is currently out of the question. To do this, they would first have to be typed up by hand, which is not justified in view of the disappointing sales figures. Too many other important and urgent things are always pending. But it was interesting to note that our translation from Polish is surprisingly close to the original German text!

This is why the “old” edition offers unadulterated reading pleasure.

Post Scriptum

As I could see, the “Moment” series also seems to have been a kind of cabinet of curiosities.

Here are some snapshots:

“The Pope’s never-used telephone is made from pure gold.”

 

 

“Jekaterina Dshigashwili, Stalin’s mother, is a peasant woman and has never left Tiflis, where she was born.”

 

“The poet Carl Zuckmayer, who dwells in Henndorf near Salzburg, is an avid singer to the lute.”

 

 

 

 

 

 

“Der Orientalist” von Tom Reiss – Errata

Fehlerliste zur deutschen Ausgabe von

Der Orientalist

mit Hinweisen auf die engl. Ausgabe
Stand: 19. Juli  2021

Errata, die ich über die Jahre fand:

  • „Dangerous Life“ (im Untertitel)– klingt merkwürdig … ist vielleicht „Endangered Life“ gemeint?
  • Diskrepanz bei der Nummerierung von Umar Ehrenfels’ Ehefrauen:Seite X: hier ist Elfriede die „zweite Frau von Leelas Vater“
    Seite XXVIII: „das war die erste Frau ihres Gatten gewesen“
    Seite 380: hier ist Baronin Mireille die dritte Frau
    Seite 382: hier ist Elfriede wieder die zweite Frau

    Umars erste Frau war Ellen Feld. Sie ist in „Das große Sehnen“ zu sehen.
    Seine zweite Frau war Elfriede von Bodmershof. Sie waren verheiratet von 1925 bis 1948.
    Seine dritte Frau war Mireille Abeille, 1924–2007. Sie ist die Mutter von Leela Ehrenfels, geboren 1967.
    Gilt auch für die englische Originalausgabe The Orientalist, Seite xxiv, 7. Zeile von unten.

  • Auf Deutsch heißt das Buch „Öl und Blut im Orient“, auf Englisch: „Blood and Oil in the Orient“. Oft wird es falsch genannt. Auf Seite 5 sogar einmal „Blut und Öl im Kaukasus“. Generell suchen und ersetzen.
  • Nicht zu erwähnen die ganze Problematik, wenn Tom in seinem Original von „Blood and Oil“ spricht… dann sollte in den deutschen Fußnoten eigentlich auch „Blood and Oil“ stehen und nicht „Öl und Blut“ – denn Tom bezieht sich in seinem englischen Buch ja immer auf die englischen Übersetzungen. Man könnte es Anhand der Seitenzahlen verifizieren, oder ihn fragen.
    Dasselbe gilt für „Ali und Nino“. Ganz sicher ist doch „Ali AND Nino“ gemeint. Es steht auch dort: „Ali und Nino, New York“ Da New York da steht, muss auch der englische Titel genannt werden.
  • Seite XVI, Anfang dritter Absatz, Übersetzungsfehler
    „Einige Abende später, angeblich hielt ich mich zu der Zeit….“
    Richtig: Einige Abende später, eigentlich hätte ich in einer Disco sein sollen, ….
    Englisches Original: „A few nights later, while I was supposed to be in a disco…“Also: Tom war eigentlich mit jungen Geschäftsleuten verabredet, ist aber lieber mit Fuad gegangen.
  • Seite 37, Fußnote 2, dritte Zeile: …dass er auch potenzielle Opfer MIT ethnisch motivierter Gewalt….     Das Wörtchen „mit“ fehlt.
  • Seite 38, letzte Zeile: die Passanten, nicht Passantes
  • Seite 141, 3. Zeile von unten:  „unten in der Eingangshalle“.   English: across the hallway, d.h. im Flur gegenüber. Die Wohnung gegenüber? Auf demselben Flur? Mit anderen Worten, Nachbarn in Toms Mietshaus hatten ihn eingeladen und Herr Osman war zu Gast.
    Aber nicht „unten in der Eingangshalle“.
  • Seite 159: 6. Zeile von unten: Es gibt keinen „Boulevard Saint Germain-des-Près“… er heißt einfach „Boulevard Saint Germain“.
  • Seite 243, 4. Zeile von oben: … deren Wurzen…..   d.h. Wurzeln
  • Seite 248, Mitte. Die „typefaces from the revolutionary presses“ im engl. Original  sind die Satzlettern, Typen der revolutionären Druckereien – keine Schreibmaschinen mit kyrillischen Buchstaben.
  • Seite 255, 1. Zeile:  …grässliche Person zu vermeiden…“   „meiden“ wäre korrekt.
  • Seite 263 und zwei Mal auf Seite 371: Walter Schendell wird hier als Levs „Verleger“ bezeichnet. War er nicht.
    Original: Manager.
  • Seite 269, letzter Absatz, 1. Zeile.  „Haufe“ ???  Haufen!  Ebenso auf Seite 272, 2. Absatz, 3. Zeile.
  • Seite 277, Zeile 15:   im Gewand eines Muslims, nicht „eins“
  • Seite 301, 5. Zeile von oben, Trennung: Emi-granten nicht Emig-ranten
  • Seite 318, 2. Absatz, 2. Zeile: …und er schulte …… nicht schule
  • Seite 324, 9. Zeile: da ist eine Fehlübersetzung: „dass siebzehn seiner Werke auch schon in Übersetzungen vorlagen.“ Es muss heißen: „… dass von seinen Werken bereits siebzehn Übersetzungen vorlagen“
  • Seite 328, Ende 4. Absatz: …drei Jahre lang aus eigenem Antrieb heraus verfolgt.   Ob das die Übersetzung von „on a purely pro bono basis“ ist, müsste nochmal mit Tom geklärt werden (was er sagen will). Siehe engl. Original Seite 268
  • Seite 369, 7. Zeile: Gandhi, nicht Ghandi
  • Seite 371, 2. Absatz, 13. Zeile:  dieser Fehler ist auch bei Tom zu finden, nämlich der polnische Titel. Er muss heißen Milosc und nicht Mitosc. Es ist dieses L mit diagonalem Strich durch. Man erinnert sich an die Aussprache des Namens Lech Wałensa oder des letzten Papstes Karol Woityła. Es ist ein: Ł . Eine heiße Kartoffel in den Mund nehmen und L sagen, dann hat man diese Aussprache.   Miłośċ i nafta.Ich würde mich an dem polnischen Ł nicht weiter stören, einfach ein L nehmen.
  • Seite 395, 7. Zeile:  hier steht:   In den Archiven von Florenz ….   Es muss aber heißen: In Archiven in Florenz….
  • Seite 398, 1. Zeile: dies darf man auch in der neuen Rechtschreibung zusammenschreiben, denn „frischgebacken“ ist etwas anderes als „frisch gebacken“!
    Also: die frischgebackene faschistische Partei!
  • Seite 403, 11. Zeile: …Geschichten über EINE „weiße“ ….. nicht „einen“.
  • Seite 418, Mitte der Seite: “Ihm war unbedingt daran gelegen, den reinen arischen Status seines Helden wiederherzustellen.”  Das ist auch im Englischen falsch formuliert. Da gab es nichts “wiederherzustellen”. Es muss heißen: “Ihm war daran gelegen, seinem Helden eine “arischen” Status zu verpassen.”   (“arisch” in ” “)
  • Seite 418, Mitte der Seite:  “… die Giamil als reiche weiße russische Fürstinnen darstellt” – es muss heißen:  Weißrussische  (Englisch: White Russian)
  • Seite 435, 2. Abschnitt
    „Weitere Schriften von Lev Nussimbaum“.
    Dort 4. Position:
    „Eine Sammlung von Märchen, lustiger „orientalischer“ Geschichten und Gedichte, die Lev an den Abenden bei den Pasternaks …. zum Besten gegeben hat.Errors:
    a) Deutsch: nicht „lustiger“ sondern „satirischer“ oder „humorvoller“.

    b) …Geschichten und Gedichte, die Lev …
    Erklärung: Lev schrieb diese Gedichte nur an Zhenia. Sie haben sich über ihre Schwester Adia (auch Dunya oder Judith) erhalten und sind so in den Besitz von Brailow gelangt. Später hat Brailow diese Gedichte mit Hilfe von Jenia Graman ins Englische und Deutsche übersetzt.
    Jedenfalls wurden diese Gedichte NICHT während der russischen Abende vorgetragen, also ist das hier in diesem Zusammenhang falsch dargestellt.

    c) „… fünfzig Jahre später von Levs Schulkameraden Alexander Brailow und dessen Ehefrau Jenia Graman Norma ins Englische und Deutsche übersetzt.“
    Erklärung: Jenia hat unseres Wissens nur eine Probeübersetzung der ersten Geschichte gemacht (es sei denn, in ihrem Nachlass, zu dem ich noch keinen Zugang gefunden habe, sollen die anderen auch vorhanden sein – bei Brailow gibt es nur das erste Märchen auf Deutsch. Und aus der Korrespondenz zwischen Brailow und Graman lässt sich schließen, dass die Übersetzung aller Märchen für eine deutsche Veröffentlichung hätte gemacht werden können, diese ist aber mangels Interesse von Verlagen nie zustande gekommen.).

    d)  the same for English page 389, 1st line:  not: „he and Jenia Graman“ but „he and his wife“. See Brailow’s foreword to the Oriental Tales. (see foreword to the tales!)

    Seite 435 “Andere Verfasser”, dort, 3. Position,
    Brailow, Alexander: Briefwechsel mit Charlotte Mayerson (Verlegerin Cheflektorin des Verlages Random House, der 1970 Ali und Nino herausgegeben hat.)

    Seite XI, Fußnote: das Wort „Taschenbuchausgabe“ austauschen durch: POCKET BOOKS. So heißt nämlich der Verlag, ein Imprint von Simon and Schuster.

  • Seite XVII, 2. Absatz: Die Einleitung zu der englischen Ausgabe des Romans, die ich besaß, ….
    und die dazugehörige Fußnote:  …. New York 1996, Overlook Press…This is not really an error, but a logical incongruity of the translator. It applies only to the German edition. Here the footnote is saying that the book you own is from 1996. I am sure, you own this edition so this statement is correct. BUT: on the pages before you are saying that you began your research on K.S. in 1998. And on the first page of the book you are walking with Peter Mayer in Vienna, who wanted to publish Ali and Nino. That means, you were walking with Peter Mayer in 1998 or later. So how could the Overlook edition you are mentioning here be of 1996? I know the background of that never published 1996 edition Mayer attempted but had to give in to Barazon and Leela. But the reader doesn’t know this.
    So I just think it were better to mention here the POCKET edition of 1972. It contains . of course, Wain’s foreword as well. And I am sure you were talking of this edition when writing these lines originally.
  • Seite X: Klumpfuß, nicht Holzbein!
  • Seite XIV: „… untertäniger Diener“ – nicht Sklave!
  • Seite XVII, Fußnote 12. Publikationsort sicher nicht Baku. Eher L.A. aber noch herausfinden! Betrifft auch englische Ausgabe, Seite 343, ganz unten. Noch generelle Suche im Buch starten.
  • Sara Ashurbeyli ist 2001 gestorben, nicht 1998.
  • Page xxii: … and convert to Islam at the Ottoman embassy in Berlin in 1923 (wrong, it was 13 August 1922. Page 199 is correct.

 

Essad Beys Heftromane – Geschichte und Update

 

 

 

Im Jahr 2008 veröffentlichte ich Essad Beys beiden Romane „Liebe und Erdöl“ sowie „Manuela“ in ihrer Übersetzung aus dem Polnischen. Bis dato war unbekannt gewesen, was mit den deutschen Originalmanuskripten geschehen war bzw. ob diese Romane je auf Deutsch veröffentlich worden waren.

Fotokopien der polnischen Hefte konnte ich mir 2007 im Zentrum Moderner Orient, Berlin, machen. Das ZMO hält das Archiv des 2003 verstorbenen Essad-Bey-Forschers und -Pioniers Prof. Gerhard Höpp.

Am nächsten Tag lernte ich auf einem Spaziergang den polnischen Germanistikstudenten Martin Pasek kennen, dem ich bald den Übersetzerjob anbot.  Martin besorgte mir auch über Freunde hochaufgelöste Scans der Originalcover aus der Polnischen Nationalbibliothek in Warschau. Diese zeige ich in meinem Essay über die Romane.

Für die Umschlaggestaltung gewann ich den legendären Romanheftgestalter Firuz Askin in München (siehe meinen Blogbeitrag hier: https://zappergeck.wordpress.com/2015/03/14/firuz-askin-altmeister-der-groschenheftkunst/).

Im Juni 2008 wurden die Druckdaten zu diesem „Wendebuch“ der Druckerei übergeben und 100 Exemplare bestellt. Genau zehn Jahre brauchte es, um sie zu verkaufen.

Gegen einen Nachdruck, der eigentlich kein Problem gewesen wäre, sträubte ich mich, da ich meinen Essay überarbeiten wollte, aber keine Zeit dafür fand. (Einzelne Exemplare können sowieso immer über mich bestellt werden.)

Dann geschah folgendes:

Die Germanistik- und Ethik-Doktorandin Christine Bossauer, die ihren Master über Essad Bey gemacht hatte, hielt an der Germanistik-Fakultät der Staatlichen Sprachen-Uni zu Baku einen Vortrag über ihre Arbeit. Dabei erwähnte sie auch die polnischen Veröffentlichungen, und dass man bislang nichts über die deutschen Originaltexte weiß.  Im Publikum saß der Germanist Dr. Vilayet Hajiyev, mit dem ich zufälligerweise bereits bekannt war, da wir ein Jahr zuvor gemeinsam an einem Band mit aserbaidschanischen Kurzgeschichten zusammengearbeitet hatten. Nach dem Vortrag kam Dr. Hajiyev auf Frau Bossauer zu und berichtete ihr, dass er die deutschen Romane vor vielen Jahren in einer Bibliothek in Wien gesehen und sich sogar Fotokopien gemacht habe. Das war natürlich eine riesige Überraschung!

Wo die Fotokopien seien? Die gab er seinem alten Lehrmeister, dem Übersetzer Cherkez Gurbanly, der sich durch zahlreiche Übersetzungen von Essad Bey’s Werken um seine heutige Rezeption in Aserbaidschan sehr verdient gemacht hatte. Leider verstarb Gurbanly bald danach.

Gott sei Dank erinnerte sich Dr. Haciyev noch an den Titel der Romanreihe: „Moment“.

Nach einer – trotz dieses Allerweltstitels – nicht besonders aufwändigen Suche konnte ich einen Sammelband dieser Hefte in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig lokalisieren und ihn mir per Fernleihe nach Frankfurt bestellen:

 

 

Dann ging es ans Durchblättern. Doch es dauerte nicht lange, bis ich das erste Heft fand:

 

Auf der Heft-Rückseite war folgende Liste vorhanden:

 

Aha, Nr. 18 und Nr. 39.

 

So erfuhr ich, dass der deutsche Titel “Liebe und Öl” gewesen war:

 

 

Die Freude war groß.

Es war interessant festzustellen, dass unsere Übersetzung aus dem Polnischen überraschend nah am Originaltext ist! Und wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages eine Neuausgabe?

 

 

Post Scriptum

Wie ich feststellen konnte, scheint die Heftreihe „Moment“ auch eine Art Kuriositätenkabinett gewesen zu sein.

Hier einige Schnappschüsse:

“Der nie benützte Telephonapparat des Papstes ist aus echtem Gold”

 

“Jekaterina Dschigaschwili, die Mutter Stalins, ist eine Bauernfrau und hat Tiflis, ihren Geburtsort, noch nie verlassen”

 

“Der Dichter Carl Zuckmayer, der in Henndorf bei Salzburg haust, ist ein eifriger Sänger zur Laute.”

 

 

 

 

 

Essad Beys Heftromane – Eine überraschende Entdeckung

(Leider funktionieren auf WordPress keine Fußnoten. Diese werden daher in Normalgröße angezeigt.)

Essad Beys Heftromane

Manuela und Liebe und Erdöl

Eine überraschende Entdeckung1

von Hans-Jürgen Maurer

                                                                                          Port500escudos_300dpi_k

Als 1934 in dem polnischen Verlag Republika in Łodz die beiden Heftromane von Essad Bey erschienen, hatte dieser bereits eine beachtliche Zahl an Publikationen vorzuweisen. Zwischen 1926, (d.h. etwa ab seinem 21. Lebensjahr) und 1933 verfasste Essad Bey über 160 Beiträge für Willy Haas’ renommierte Literaturzeitschrift Die literarische Welt. Sein erstes eigenes Buch erschien im Winter 1929/1930, d.h. in seinem 24. Lebensjahr: die satirische Quasi-Autobiografie Öl und Blut im Orient, in der er von seiner Kindheit in Baku und seiner abenteuerlichen Flucht vor den Bolschewiken erzählt. Bis zum Erscheinen der beiden Heftromane 1934 folgten acht weitere Bücher: unter anderem die Biografien Stalin und Mohammed, zwei Bücher über den Kaukasus, drei über Russland und eines über Erdöl, Flüssiges Gold. Das positioniert die beiden Heftromane ungefähr auf halber Strecke zwischen Öl und Blut im Orient und dem zeitlosen Meisterwerk Ali und Nino, das 1937 unter dem Pseudonym Kurban Said veröffentlicht wurde.

Über Zeitpunkt und Umstände der Wiederentdeckung von Manuela und Liebe und Erdöl ist nichts bekannt. Es kann aber vermutet werden, dass Professor Gerhard Höpp († 2003) vom Berliner Zentrum Moderner Orient, der Essad Bey bereits seit den frühen 1990er-Jahren auf der Spur war, die Romane im Rahmen einer weltweiten Routinesuche in Bibliothekskatalogen entdeckte. Bis dahin war von der Existenz der beiden Romane nichts bekannt. Bis heute ist auch kein einziger Hinweis auf die Manuskripte, Verhandlungen oder Korrespondenz etc. aufgetaucht – außer möglicherweise ein Nebensatz in der Autobiografie von Karl Frucht2, dem Geschäftspartner von Hertha Pauli: „Wir hatten einige seiner abenteuerlichen Kurzgeschichten mit Erfolg vertrieben“. Da bislang nichts von weiteren Abenteuergeschichten Essad Beys bekannt ist, kann vermutet werden, dass Frucht von den beiden Heftromanen sprach.

Diese beiden einfach strukturierten und erzählten Geschichten wollen sich in Anbetracht von Essad Beys längst bewiesener literarischer Kunstfertigkeit nicht unbedingt nahtlos in sein beeindruckendes Gesamtwerk einfügen – jedenfalls nicht auf den ersten Blick.

Und dennoch sind diese beiden »Groschenhefte« unzweifelhaft echte »Essad Beys«. Denn ein Essad-Bey-Buch ist ein Essad-Bey-Buch, weil darin die großen Lebensthemen des Autors selbst vorkommen: Erdöl, Hochfinanz, Kaukasus, Revolution, Flucht, Bolschewismus. Zudem trägt die Handlung von Liebe und Erdöl autobiografische Züge – jene Erfahrungen, die er selbst als Flüchtender machen musste. Darüber hinaus lässt Essad Bey Personen der Zeitgeschichte auftreten und beschreibt deren Handlungen, die auch schon Thema in seinen Werken Das weiße Russland (1932) und Flüssiges Gold (1933) waren. Diese erleben unter verändertem Namen ihre dramatisierten Geschichten in leicht abgewandelten Zusammenhängen.

In Manuela greift Essad Bey auf eine Räubergeschichte zurück, die er bereits 1930 in Zwölf Geheimnisse im Kaukasus erzählt hatte – nur, dass er sie jetzt in den Dienst der portugiesischen Revolution stellt. Weiterhin verarbeitet Essad Bey in Manuela zwei große Finanzskandale von 1925 und 1929/30, die er geschickt miteinander kombiniert.

Allein diese Bezüge zu weltgeschichtlichen Ereignissen, in die Essad Bey seine Protagonisten stellt, heben die beiden Geschichten über gewöhnliche Heftromane hinaus. Dies zu betonen ist wichtig, denn sie wurden kritisiert, »simpel und primitiv« zu sein, und dass ihre Handlung »billig und sensationalistisch« sei, und dass sich seine Helden »in der dunklen Welt von Intrige, Verführung, Erpressung und Rache bewegen, um zu Geld und Macht zu gelangen«.3

Vergessen wir nicht, was diese beiden Romane sind: Groschenhefte, die für jene wöchentliche Serie in Polen verfasst wurden – und dass sie dennoch wahre Begebenheiten nachzeichnen.

Betrachten wir im Folgenden einige Handlungsdetails.

 

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Manuela

Hintergrund für die Romanhandlung ist Portugal vor dem Militärputsch von 1926, das heißt, in einer Zeit häufig wechselnder Regierungen und politischer Instabilität. Ein paar Revolutionäre machen sich daran, die korrupte Regierung zu stürzen. Nach ihrem waghalsigen Plan haben sie vor, große Mengen legal gedruckter Banknoten in Umlauf zu bringen und so eine Inflation auszulösen, die die Bevölkerung gegen die Regierung aufwiegeln soll. Die Heldin des Romans, eine hübsche junge Frau namens Manuela Letão, unterstützt die Revolutionäre, um ihren Vater, einen ehemaligen General, zu rächen. Mit geschickten, spannend und amüsant beschriebenen Schachzügen gelingt es den Revolutionären tatsächlich, die Londoner Banknotendruckerei davon zu überzeugen, sie seien offizielle portugiesische Gesandte und damit befugt, Banknoten zu ordern. Diese Banknoten werden in aberwitziger (wenn auch nicht sehr glaubwürdiger) Weise in Umlauf gebracht. Zum Beispiel kauft Manuela in Paris literweise teuerstes Parfum ein.

In der Tat führt das in Umlauf bringen der vielen Banknoten den Verfall der portugiesischen Währung und schließlich den Sturz der Regierung herbei.

In dieser Geschichte hat Essad Bey folgende historische Begebenheiten verarbeitet.

Den Banknoten-Skandal, bei dem durch riesige Mengen echten Geldes Portugals Wirtschaft kollabierte, hat es im Jahr 1925 wirklich gegeben. Wie den Protagonisten im Roman, gelingt es dem Privatmann Alves dos Reis (1898–1955), die britische Banknotendruckerei Waterlow & Sons Ltd., bei der die portugiesische Regierung bereits seit vielen Jahren Kunde war, davon zu überzeugen, er sei der offizielle Repräsentant derselben. Er bestellt 200.000 Scheine à 500 Escudos (siehe Abb.). Als diese legal gedruckten Banknoten in Umlauf gebracht wurden, hatte dies eine katastrophale Wirkung auf die portugiesische Wirtschaft, von der sie sich nur schwer erholte. Vor allem der Ansehensverlust von Regierung und Währung war immens.

Im Falle von Alves dos Reis wurde die Druckerei Waterlow & Sons Ltd. zu Entschädigungszahlungen gegenüber Portugal verurteilt und musste infolgedessen Konkurs anmelden. In Manuela jedoch gibt es ob der »edlen« Motive der Helden ein Happy End. Die angeklagte englische Druckerei wird freigesprochen und die Verantwortung Portugal zugeschoben.

Im Gegensatz zu den Motiven der Romanhelden waren die von Alves dos Reis wahrscheinlich persönliche Bereicherung und Machtstreben.4 Offensichtlich hat dos Reis die Auswirkung seines Plans auf die portugiesische Wirtschaft nicht voraussehen können. Doch Essad Beys Romanhelden wissen es besser – kein Wunder, denn Manuela wurde neun Jahre nach dem wirklichen Skandal verfasst. Für die Romanhelden ist es einfach, den Effekt auf Portugals Wirtschaft selbstlos in den Dienst der Revolution zu stellen.

Dieses »gute« Motiv entlehnte Essad Bey einem anderen Geldfälscher-Skandal, der ab 1927 für Schlagzeilen sorgte, der so genannten Tscherwonzen-Affaire.

Das Wort »Tscherwonzen« ist die eingedeutschte Bezeichnung für die sowjetische Währung Tschervonets, die seit dem Zarenreich und bis 1947 in Umlauf war. Revolutionäre Georgier stellten 1927 in Deutschland eine große Menge Tscherwonzen-Blüten her, um diese im sowjetisch verwalteten Kaukasus in Umlauf zu bringen. Ihre Hoffnung war es, dadurch die Sowjetwirtschaft zu untergraben. Es ist denkbar, dass die Revolutionäre durch den dos-Reis-Skandal auf diese Idee gekommen sind. Doch ihr Plan misslang. Es kamen nur relativ wenige Scheine in Umlauf. Der Großteil wurde von der Polizei in einem Frankfurter Lagerhaus entdeckt, bevor sie verschickt werden konnten. Die Fälscher wurden in Deutschland vor Gericht gestellt. Nach dem ersten Einstellen des Prozesses aufgrund der neu erlassenen „Reichsamnestie“ für politische Straftäter im Jahr 1928, gab es aufgrund heftiger Proteste der Sowjetunion 1930 eine Wiederaufnahme und ein Berufungsverfahren, das den Angeklagten Gefängnisstrafen von zwei Jahren bzw. zwei Jahren und 10 Monaten einbrachten.5

Essad Bey hatte an den großen Tscherwonzenfälscher-Prozessen im Januar und Februar 1930 in Berlin-Moabit als Beobachter teilgenommen.6

Wie bereits erwähnt, verlegte Essad Bey für den Roman Manuela eine kaukasische Räubergeschichte nach Portugal, die er bereits 1930 in Zwölf Geheimnisse im Kaukasus6 erzählt hat: Unter einem Vorwand werden alle Polizisten und Soldaten aus der dagestanischen Stadt Kislar gelockt. Derweil raubt eine Räuberbande die Stadt aus, inklusive aller Privathäuser, Banken und dem Postamt. Um eine Verfolgung so lange wie möglich hinauszuzögern, werden alle Einwohner der Stadt splitternackt zurückgelassen. Dieser Raubzug soll von einem gewissen Kamo organisiert worden sein, einem Mitstreiter Stalins, der mit der Beute den in Zürich lebenden Lenin unterstützte.

Diese Episode aus Zwölf Geheimnisse im Kaukasus ist, nebenbei bemerkt, ein Musterbeispiel für Ralf Marschallecks Feststellung: »[Essad Bey] … schafft es immer wieder, Geschichte aus nüchternen Fakten in leidenschaftliches Menschenwerk zurückzuverwandeln, wodurch sie erst verständlich wird – ein sehr sympathisches Verfahren, modern geblieben und in der heutigen Sachbuch-Literatur als ›facts & fiction‹ geläufig …«.7

 

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Erste Seite der polnischen Originalausgabe

 

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Liebe und Erdöl

Die georgische Prinzessin Tamara landet auf ihrer Flucht vor den Bolschewiken, die sie über Konstantinopel und Marseille führt, auf den Straßen von Paris. Der Ohnmacht nahe wird sie in letzter Sekunde von dem schönen Vano aufgefangen, der sich als ihr Landsmann herausstellt. Vano bringt Tamara zu dem alten und geheimnisvollen Armenier Petrossian, der wirtschaftliche Weltmacht besitzt. Petrossian macht Prinzessin Tamara zu einem Instrument des Großkapitals gegen die Bolschewiken, indem er sie mit dem englischen Erdöl-Tycoon Sir Richard King verkuppelt. Sir Richard soll durch seine Liebe zu Tamara motiviert werden, für die Befreiung ihrer kaukasischen Heimat (und damit der dortigen Ölquellen) von den Bolschewiken zu kämpfen.

Hier hat Essad Bey folgende autobiografischen Details sowie Personen und Begebenheiten aus der Weltgeschichte verarbeitet:

Die Hauptperson des Romans, die georgische Prinzessin Tamara Alaschidse, benannte Essad Bey sicherlich nicht nur nach der legendären georgischen Königin (1160–1230), sondern wohl auch nach seiner Lieblingstante Tamara, der jüngeren Schwester seiner Mutter Berta, mit der ihn, bedingt durch den geringen Altersunterschied von zwölf Jahren, ein eher geschwisterliches Verhältnis verband.

Wie Prinzessin Tamara fuhr auch Essad Bey unter denselben politischen Umständen von Batumi nach Konstantinopel – wenn auch nicht einsam auf einem kleinen Segelboot, sondern zusammen mit seinem Vater, dem Bakuer Ölindustriellen Abraham Nussimbaum. Sie legten die Strecke in der ersten Klasse eines Dampfers zurück, auf dem »der Kellner meldet, dass nach Verlassen der georgischen Gewässer alle Preise in Gold zu verstehen sind.«8

Wie für Tamara bedeutete auch für Essad Bey, damals noch Lev Nussimbaum, Konstantinopel ein mehrwöchiger Aufenthalt. Im Gegensatz zu seiner Romanfigur wohnte er im ersten internationalen Luxushotel Konstantinopels, dem Pera Palas, das 1892 für die Passagiere des neuen Orient-Express erbaut worden war. Prinzessin Tamara verkaufte dagegen im Roman Streichhölzer vor den Türen desselben Luxushotels.

In einem einzigen Satz deutet Essad Bey an, was Konstantinopel für Tamara bedeutete – und erzählt dabei von sich selbst: »Für sie war Konstantinopel ein Traum.« In seinem letzten Manuskript beschreibt Essad Bey (bzw. in dem Falle „Kurban Said“) eindringlich, was die Stadt für ihn selbst bedeutet hat: »Ich kann mir kaum noch die Gefühle jenes fremden Knaben vorstellen, der beinahe taumelnd vor Entzücken durch die Gassen der Kalifenstadt schritt und die Moscheen besuchte.«9

Für den Schriftsteller, wie für seine Romanfigur war Konstantinopel nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Paris, der »Hauptstadt der Welt«. Dort wohnte Essad Bey bei seinen reichen Verwandten mütterlicherseits „in einem großen Haus an den Champs Elysées“10 – dem Hotel Windsor11. In seinem letzten Manuskript beschrieb Essad Bey seine Streifzüge durch die Stadt und die in der Zeit gewonnenen Einblicke in das Leben der russischen Emigranten. Spätestens aus dieser Zeit (Lev war ca. 15 Jahre alt) müssen auch seine Einblicke in die Hochfinanz rund um das Erdöl stammen. Genau wie andere Ölquellenbesitzer konnte Abraham Nussimbaum nämlich noch die »toten Seelen«, d.h. die Besitzrechte an den heimischen Ölquellen, an Shell, Standard Oil und andere westliche Investoren verkaufen. Dies funktionierte, weil fast die gesamte westliche Welt daran glaubte, dass die Bolschewiken binnen eines Jahres wieder verschwunden wären. (Es führte dazu, dass keiner der exilierten Ölmillionäre daran dachte, sich finanziell einzuschränken, und manch einer arbeitete später als Taxifahrer.) Durch den Verkauf der „toten Seelen“ konnte Nussimbaum für sich und seinen Sohn noch eine ganze Weile den gewohnten Lebensstil aufrechterhalten.12

1921 ließen sich Vater und Sohn Nussimbaum in Berlin nieder. Dort ging ihnen bald das Geld aus und sie lernten nicht nur den Hunger, sondern auch wütende, ihre Miete einfordernde Hausherren kennen. Das daraus entstandene tiefe Gefühl der Entwurzelung und Verzweiflung scheint durch, wenn Essad Bey in Liebe und Erdöl schreibt: »Man sagt, das Brot der Vertriebenen sei bitter. Das stimmt nicht. Das Brot der Vertriebenen ist weder bitter noch süß, denn das Exil hat den Vertriebenen gar kein Brot zu bieten.«13

Prinzessin Tamaras Schicksal erfährt durch die Hochzeit mit einem Erdöl-Industriellen eine mehr oder weniger glückliche Wendung. In Essad Beys Leben steht das Erdöl für Reichtum, Verlust und schließlich für das Überleben: Ab 1930, mit dem Erfolg seiner Autobiografie Öl und Blut im Orient, der in den folgenden acht Jahren noch mindestens fünfzehn weitere international erfolgreiche Bücher folgen sollten, wendete sich sein Schicksal wieder zum Guten. Noch vor den beiden Heftromanen erschien 1933 Flüssiges Gold – Ein Kampf um die Macht. Interessanterweise war es bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 eines seiner erfolgreichsten.14 Das Erdöl und Essad Bey blieben gewissermaßen einander treu. Wenn man sich die Veröffentlichungsjahre und die Motive von Flüssiges Gold und Liebe und Erdöl betrachtet, ist leicht zu erkennen, dass Essad Bey für seinen Heftroman auf das Erdöl-Buch zurückgegriffen hat.

Essad Beys Heimweh nach dem Kaukasus scheint durch in Prinzessin Tamaras Visionen von ihrer grünen georgischen Heimat (S. 16 u. 36). Es kann davon ausgegangen werden, dass Essad Bey bereits in seiner Kindheit Georgien gut kennengelernt hat.15 Sicher war er dem Land auch emotional verbunden, denn sein Vater, Abraham Nussimbaum, wurde 1873 in der georgischen Hauptstadt Tiflis geboren und hat dort im Oktober 1904 Levs Mutter Berta Slutzki geheiratet.

Doch nicht nur diese autobiografischen Details finden sich in Liebe und Erdöl, sondern auch Personen aus der Geschichte des Erdöls und ihre Machenschaften.

Essad Beys Romanfiguren Tamara Alaschidse, Sir Richard King und Petros Petrossian sind realen Figuren aus der Erdöl-Industrie nachempfunden. Tamaras Vorbild war Lydia Pawlowna, eine russisch-kaukasische Emigrantin (und wie die Romanfigur eine Generalstochter) und Ehefrau von Sir Henri Wilhelm August Deterding (1866–1933). Deterding war Vorbild für die Romanfigur Richard King. Er war der Mitbegründer und Hauptaktionär der Royal Dutch Shell und damals einer der reichsten Männer der Welt. Sechzig Prozent der kaukasischen Erdölvorkommen waren in seinem Besitz und wie in Essad Beys Roman lernte er seine Frau Lydia Pawlowna bei dem undurchsichtigen Finanzexperten Calouste Gulbenkian kennen, der die Vorlage für Petros Petrossian abgab.

Calouste Sarkis Gulbenkian (1869–1955), geboren und aufgewachsen in der Türkei, war ein armenischstämmiger Finanzexperte, Ölforscher und Kunstsammler, der sich im Laufe seiner Karriere als unumgänglicher Verhandlungspartner in der Ölindustrie etabliert und einen sagenhaften Reichtum erworben hatte. Zwischen 1915 und 1942 lebte er – wie die Romanfigur Petrossian – in Paris in einem Haus am Etoile. Und wie im Roman zerstritt sich Gulbenkian mit Deterding über die Frage des Sowjet-Öls und entfesselte gegen Shell die von Essad Bey erzählte Börsenintrige.16

Die Ähnlichkeiten zwischen Romanfigur Petrossian und Vorbild Gulbenkian sind nur schwach. Essad Bey schreibt Petrossian Züge zu, die von Rockefeller bekannt waren, zum Beispiel das tägliche Lesen von Bibel und Börsennotierungen.17 Diesen Kniff mag Essad Bey angewendet haben, weil wahrscheinlich über Gulbenkian keine privaten Informationen bekannt waren.

In Liebe und Erdöl finden sich drei Sätze über Richard King, die weder erklärt werden, noch mit der Romanhandlung in Beziehung zu stehen scheinen:

»Richard King und die Falschmünzer« (Seite 34)

»Richard King war der einzige Mann auf der Welt, der es sich ohne negative Folgen erlauben konnte, seinen Namen in Verbindung mit Falschmünzern in Zeitungen zu lesen« (Seite 35)

»Richard dachte an die Falschmünzer, die man immer gleichzeitig mit seinem Namen erwähnte« (Seite 39)

Dies sind Anspielungen auf die Tscherwonzenfälscher-Prozesse, an denen Essad Bey als journalistischer Beobachter teilgenommen hatte. Während des Prozesses sagten die Hauptbeschuldigten Karumidse und Sadatieraschwili aus, Deterding habe die Vorbereitungen zum Geldfälschen finanziert. Deterding war einer der reichsten Menschen zu seiner Zeit und als glühender Anti-Bolschewist bekannt. Es wäre in seinem Interesse gewesen, die Sowjetregierung fallen zu sehen, die zwischen ihm und seinen kaukasischen Ölquellen stand. Deterding stritt jedoch alle Vorwürfe ab. Außer einigen Begegnungen mit den Fälschern konnte ihm nichts nachgewiesen werden.

Diese drei mit dem restlichen Text unverbundenen Sätze sind sicher durch Essad Beys schnelle Arbeitsweise entstanden und anscheinend auch dem damaligen polnischen Übersetzer entgangen.

Das reale Vorbild für King, Deterding, war in der Tat Holländer und wurde 1920 für seinen Beitrag zu den Englisch-Niederländischen Beziehungen ehrenhalber zum Ritter des Britischen Empire geschlagen. Den Hauptsitz der Gesellschaft verlegte er bewusst nach London, um im Konkurrenzkampf (vor allem mit Rockefellers Standard Oil) die Rückendeckung des britischen Militärs zu haben.18

Nebenbei sei noch bemerkt, dass Deterding ein Freund der Nationalsozialisten in Deutschland war (vielleicht, weil sie ebenfalls Gegner der Bolschewiken waren?) und der NSDAP viele Millionen aus seinem Privatvermögen spendete: allein 1937 angeblich 40 Millionen Reichsmark für die Winternothilfe. Er besaß auch ein Rittergut in Mecklenburg. Zu seiner Beerdigung 1939 sandte Hitler einen Prunk-Kranz.19

 

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Erste Seite der polnischen Originalausgabe

 

*  *  *

Im Gesamtwerk von Essad Bey nehmen diese beiden Heftromane sicher eine Sonderstellung ein. Doch mit ihren historischen Bezügen, der charakteristischen Art der Personenzeichnung und der dichten, abenteuerlichen Handlung tragen sie eindeutig Essad Beys Handschrift. Das macht diese beiden kleinen »Zufallsfunde« nicht nur für Essad-Bey-Liebhaber zu einer lohnenden Entdeckung.

 

1          Dieser Aufsatz erschien zum ersten Mal in: Liebe und Erdöl und Manuela, Freiburg 2008, ISBN 978-3-929345-35-3. Für diese Online-Ausgabe wurde er überarbeitet und erweitert.

2          Frucht schrieb diese Erinnerungen über 50 Jahre später auf:  Karl Frucht, Verlustanzeige: Ein Überlebensbericht, Wien 1992, S. 113

3          Betty Blair in ihrer Publikation Azerbaijan International, Los Angeles 2011, Seiten 313, 331, 356

 4          Die Geschichte von Alves dos Reis ist Thema von: Thomas Gifford, Escudo, Bergisch Gladbach 2005, und Murray T. Bloom, Der Mann, der Portugal stahl, Wien 1967 und Reinbek 1973. Das deutsche Fernsehen dramatisierte 1970 das letztgenannte Werk für den Thriller Millionen nach Maß, in dem Curd Jürgens die Hauptrolle spielt. (DVD im Handel erhältlich.)

5          Michael Sayers und Albert Kahn: Die große Verschwörung – Darstellung des antikommunistischen Kampfes 1919–1945; Quelle: www.stalinwerke.de/verschw/verschw.pdf

6          In seinem Buch Das weiße Russland (Leipzig 1932 und 1991) widmet E.B. diesem Skandal das Kapitel »Die georgischen Falschmünzer«.

Der Schriftsteller Robert Neumann hat diesen Stoff in seinem Roman Die Macht, Berlin 1932 und München 1964, verarbeitet. Es ist überliefert, dass sich Essad Bey und Robert Neumann sich in Wien gekannt haben. Allerdings ist fraglich, welche Schlüsse aus dieser Tatsache allein gezogen werden können.

Artikel von 2012 auf spiegel.de: „Legendäre Falschgeld-Affäre – Der Schein des Anstoßes“,. Suchbegriff: „legendäre falschgeld-affäre“ oder: http://www.spiegel.de/einestages/legendaere-falschgeld-affaere-der-schein-des-anstosses-a-947488.html

7          Zitiert aus: Essad Bey, Öl und Blut im Orient, Freiburg 2008, Seite 10f.

8          Öl und Blut im Orient, Freiburg 2008, Seite 261

9          Kurban Said: Der Mann, der nichts von der Liebe verstand, unveröffentlichtes Manuskript, entstanden ab 1940
10       Der Mann, der nichts von der Liebe verstand, verfasst ab 1940

11       Mitteilung von Essad Beys Cousin ersten Grades, M. Naoum Hermont, Paris
12       Siehe auch: Essad Bey: Das weiße Russland, Leipzig 1991, Kapitel »Die toten Seelen«, Seiten 71–75

13       Essad Bey: Liebe und Erdöl, Freiburg 2008, Seite 13; weitere autobiografische Erlebnisse aus dieser Zeit verarbeitete Essad Bey in seinem unter „Kurban Said“ veröffentlichten Roman Das Mädchen vom Goldenen Horn. Siehe dort das Essay von Behrang Samsami (in der Ausgabe Frankfurt 2009).
14       Flüssiges Gold erschien in Berlin bei Etthofen und in Zürich bei Rascher. Rascher brachte 1937 eine erweiterte Neuauflage heraus, in deren Impressum die Angabe »10. bis 12. Tausend« zu finden ist.

15       Siehe Öl und Blut im Orient und 12 Geheimnisse im Kaukasus, beide Freiburg 2008

16       Essad Bey, Flüssiges Gold

17       ebd.

18       ebd.

 19       Essad Bey, Das weiße Russland, 1932; Essad Bey, Flüssiges Gold, 1937; Andreas Dornheim, Röhms Mann fürs Ausland, Münster 1998; Wikipedia-Eintrag zu Deterding und Gulbenkian

 

Essad Bey’s two Pulp Novels – A Surprising Discovery

Essad Bey’s Novellas

Manuela  and  Love and Petroleum

A Surprising Discovery1

By Hans-Jürgen Maurer

(Please note, WordPress doesn’t allow footnotes. Please bear them in normal size.)

By 1934, when the Polish publisher Republika in Łodz released Essad Bey’s two pulp novels, he had already produced a notable number of texts. Between 1926 (aged 21) and 1933 Essad Bey had contributed more than 160 articles to Willy Haas’s literary magazine Die literarische Welt. His first book appeared in the winter of 1929/1930 when he was 24 years old. It was his satirical quasi-autobiography Blood and Oil in the Orient in which he “fabulated” about his childhood in Baku and his adventurous flight from the Bolsheviks. Between this book and the two pulp novels or novellas, eight more books of his were published – among them the bio­graphies Stalin and Mohammed, two books about the Caucasus, three about Russia and one about petroleum. This places the novellas half-way between his autobiographical debut and his timeless masterpiece Ali and Nino, which was published 1937 under the pseudonym Kurban Said.

We don’t know anything about the rediscovery of “Manuela” and “Love and Petroleum” but we can assume that Professor Gerhard Höpp (†2003) of Zentrum Moderner Orient in Berlin found them by way of a worldwide routine search in library catalogues. He had begun investigating Essad Bey’s life in the early 1990s. Up to the point of Höpp’s discovery, their exis­tence was totally unknown. And to date nothing else has come to light about them, no manuscripts, no correspondence – except perhaps a casual remark found in the autobiography of Essad Bey’s literary agent Karl Frucht (Hertha Pauli’s business partner), namely that “we successfully sold some of his adventurous short stories”.2 Since so far nothing is known of other “adventurous short stories”, Karl Frucht might indeed speak of the two novellas.

Simply structured and narrated, these stories don’t seem to fit seamlessly into Essad Bey’s literary oeuvre, at least not at first sight. And yet, these two “penny dreadfuls” doubtlessly are genuine “Essad Beys” because an “Essad Bey” contains the very life-themes of the author himself: petroleum, which he first had narrated in Twelve Secrets in the Caucasus (1930), with the difference that he puts the plot to the service of the Portuguese revolution. Last but not least, he’s combining two big financial scandals of 1925 and 1929/30.

Alone these references to world history, into which Essad Bey puts his protagonists, distinguish the two novellas from regular pulp novels. This is important to note, because they have been criticized as “simplistic and primitive …” and having “… cheap, sensational plots. His protagonists are involved with the dark world of intrigue, seduction, blackmail and revenge in their quest to acquire big money and power.”3

Let’s not forget that these stories are just that: dime novels written for that Polish series of weekly pulp fiction.

Now let’s look at some details of the plots of “Manuela” and “Love and Petroleum”.

“Manuela”

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The backdrop of this story is Portugal before the military coup of 1926, during the time of political instability and frequently changing governments. A few revolutionaries want to overthrow the government. They are coming up with the daring plan of emitting large quantities of legally printed bank­notes in order to unleash an inflation, which might in turn upset the popu­lation against the government. The heroine of the novel is the young and pretty Manuela Letão. She supports the revolutionaries in order to avenge her father who was a former general. By clever and witty moves the revo­- lutionaries manage to convince the British money printers that they are official envoys of the Bank of Portugal and fully authorized to order a series of banknotes. In many ludicrous (and sometimes not very convincing) ways these banknotes are being released into the market. Among them: Manuela, the main protagonist, shops in Paris “till she drops”.

As a result the Portuguese Escudo and economy deteriorate and the government is indeed overthrown.

Into this story Essad Bey has built the following historical incidents:

The real banknote scandal by which the Portuguese economy collapsed on account of large amounts of real bank notes took place in 1925. A certain Alves dos Reis (1898–1955) succeeded in convincing the British bank note printers Waterlow & Sons Ltd.,

whose client the Portuguese National Bank had been for years, that he was authorized to order 200,000 bank­notes of 500 Escudos each (see illustration above). Once this large number of legally printed bank notes circulated in the market they had a disastrous effect on the economy. The loss of reputation of the Portuguese government and currency was immense. In the real case of Alves dos Reis the printers Waterlow & Sons Ltd. had to pay compensation to Portugal and, as a result, had to file for bankruptcy. In “Manuela”, however, the revolutionaries have “noble” motives and the story has a happy-end: the printers are discharged as not guilty and the blame is put on Portugal.

The motives of the real Alves dos Reis were simply power and personal gain4. It is likely that he was ignorant of the effect these bank notes would create. But Essad Bey’s protagonists know better – no wonder, the novel was written nine years after the real scandal. For them it is easy to submit their cause selflessly to the revolution.

That “good” motive Essad Bey had borrowed from another money-forgery scandal which caused international headlines in 1930 and was called the “Chervonets Affaire”.

“Chervonets” was the denomination of the currency used in the Russian empire and then by the Soviets until 1947. Revolutionaries from Georgia/Caucasus had produced in Germany a large quantity of Chervonets banknotes, which they wanted to circulate in the Soviet-ruled Caucasus. They were hoping to undermine the Soviet economy. It is thinkable that the Alves dos Reis scandal and its effect on Portugal had given them the idea. But their plan failed, German police discovered the banknotes in a warehouse in Frankfurt before they could be dispatched, and the forfeiters were brought to trial. The Chervonets trial took place in Berlin-Moabit in 1930 and Essad Bey took part in it as a journalistic observer.5 At first, the money forgers were lucky: the German court discharged them on the grounds of the newly-passed „Reichs-Amnestie“ for political offendors. Due to the protest of the Soviet Union in 1938 a revision was held in 1930 and the forgers were sentenced to prison for two years, respectively two years and 10 months.6

As mentioned above, Essad Bey used a robbers’ tale in “Manuela” which he had first written down in his Twelve Secrets of the Caucasus: By pretense all policemen and soldiers were lured out of the Daghestanian city of Kislar and a gang of robbers mugged the whole city, including all private households, the bank and the post office. To delay the robbers’ discovery, all inhabitants of the city were forced to strip naked and were left behind without clothes. Supposedly this robbery was organized by a certain Kamo, a comrade of Stalin, to support Lenin, then still in Switzerland, with the loot. In “Manuela” the Portuguese revolutionaries use the same trick.

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First page of the Polish original edition

 

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“Love and Petroleum”

 

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After an adventurous escape from the Bolsheviks in Batumi, the Georgian princess Tamara stands on the streets of Paris. Just when she’s fainting of exhaustion the attractive Vano catches her before she hits the ground. Vano proves to be Tamara’s compatriot. He takes her to the mysterious Armenian Petros Petrossian who is a business tycoon. Petrossian exploits Tamara in his battle against the Bolsheviks by matchmaking her to Sir Richard King, a petroleum tycoon. Petrossian hopes that King, through his love for Tamara, might be moved to help fight for the liberation of Tamara’s home country – and, by that, regain access to the Caucasian oil fields.

The author has used the following autobiographical details and historical personalities:

Essad Bey surely named the Georgian princess Tamara Alaschidse not only after the legendary Queen Tamara (1160–1230), but also after his favorite aunt Tamara, the younger sister of his mother Bertha, with whom he was very close, since they were only twelve years apart.

Like Princess Tamara’s route of escape, Essad Bey and his father went from Georgia to Turkey – not alone in a little sail boat like the girl, but first class in a luxury liner, where the waiters proclaimed, that “after the departure from Georgian waters all prices are to be understood in gold.”7

Arriving in Istanbul, the Nussimbaums resided in Turkey’s first international luxury hotel, the Pera Palas, which was built in 1892 particularly for the passengers of the then-new Orient Express. Princess Tamara only sold matchsticks in front of that hotel. In one short sentence Essad Bey describes how the girl felt for the city: “For her Constantinople was a dream” – and in truth he’s speaking of himself. In his last (yet unpublished) manuscript Essad Bey – or in this case rather “Kurban Said” – describes vividly what that city meant to him: “I can hardly recall the feelings of that distant boy who walked, almost staggering of bliss, through the streets of the Caliph’s city and visited the mosques.”8

For both the writer and the novel’s character, Princess Tamara, Constantinople was just a stop-over on the way to Paris, the “capital of the world”. There Essad Bey and his father stayed with rich relatives from his mother’s side, “in a large house on the Champs Elysees”9 – the Hotel Windsor10. In his last manuscript Essad Bey describes his Paris wanderings and his insights into the life of the poor immigrants. During this time (Lev was about 15 years old) he also must have learnt about the high-finance and politics around petroleum. Like other oil-well owners, father Nussimbaum was able to sell “dead souls” – i.e. the ownership documents of their Caucasian oil wells – to Shell, Standard Oil and other investors. This was possible because the whole Western world believed that the “spook of the Bolsheviks” would disappear within a year. (This notion, which proved to be wrong, was the reason why virtually none of the oil millionaires considered cutting back expenses and many of them ended-up as taxi drivers or worse.) By way of selling the “dead souls” the Nussimbaums were able, at least for a while, to keep-up their luxurious life-style.11

In 1921 father and son Nussimbaum settled in Berlin where their money soon ran out. The deeply despairing feeling of being uprooted shines through when Essad Bey writes in “Love and Petroleum”: “They say a refugee’s bread is bitter. This is not true. A refugee’s bread is neither bitter nor sweet, because the exile has no bread to offer to the refugees.”12

Princess Tamara’s destiny takes a happy turn when she marries the petroleum tycoon Richard King. In Essad Bey’s own life, petroleum is connected rather to tragedy. Only after 1930, with the success of his quasi-autobiography Blood and Oil in the Orient his own destiny took a happy turn. Before the two novellas were written, Essad Bey’s Flüssiges Gold (“Liquid Gold”), which is the “biography of the global power petroleum”, was published in 1933. It was among his most successful books until the war broke out in 1939. In a way petroleum and Essad Bey stayed faithful to each other. Looking at the publishing dates and cross-references of Flüssiges Gold and the novellas one can easily see that Essad Bey recycled some of the big book’s material into the thin ones.

Essad Bey’s homesickness to the Caucasus shines through in Princess Tamaras dreams of her green Georgian homeland. Surely Essad Bey had an emotional connection to Georgia, where his father was born in 1873 and where his parents had married in October 1904.

Next to these autobiographical traces we find in “Love and Petroleum” persons from the economical history of petroleum and their doings. Indeed, Essad Bey’s protagonists Tamara Alaschidse, Richard King and Petros Petrossian have their real-life models. Tamara’s was Lydia Pawlowna, a Russian-Caucasian immigrant, and, as Tamara, a general’s daughter. She was the wife of Sir Henry Wilhelm August Deterding (1866–1939), founder and main shareholder of Royal Dutch Shell, who was, in turn, the model for Richard King. Sixty per cent of the Caucasian oil wells belonged to Deterding, and as in Essad Bey’s novel, he met his wife Lydia Pawlowna in the salon of an obscure finance expert – Calouste Gulbenkian – whose name in the novel is Petros Petrossian.

Calouste Gulbenkian (1869–1955) was born and raised in Turkey. He was of Armenian des­cent and a financial expert, petroleum researcher and art collector who managed to position himself as an unavoidable negotiator in the worldwide petroleum industry and accumulated legendary wealth. Between 1915 and 1942 he lived – like Petrossian – in his house at the Etoile in Paris. And as in the novel, Gulbenkian and Deterding were at odds with each other over the question of the Soviet oil. Just like in the novel, also in real-life Gulbenkian unleashed the stock exchange intrigue against Shell. 13

However, the Petrossian in the novella does not have much likeness to his real-life model Gulbenkian. Essad Bey attributes character traits to him, which, according to his book Flüssiges Gold, were known of John D. Rockefeller – i.e. the daily reading of the Bible and of the stock exchange reports. The reason for this might be that such details were readily available about Rockefeller but not about Gulbenkian.

In “Love and Petroleum” we find three sentences about Richard King which are not explained and don’t seem to be connected to the story:

“Richard King and the Forgers” (German page 34);

“Richard King was the only man on earth whose name one could be read in the newspapers in the same sentence with money forgers without having this harm him” (German page 35);

“Richard thought about the money-forgers who were always mentioned together with his own name” (German page 39).

These clearly are hints to the “Chervonets trial” in Berlin which Essad Bey visited as a journalistic observer, as described further above. In that trial the two defendants Karumidse and Sadatheraschwili claimed that Sir Henry Deterding, founder and main shareholder of Royal Dutch Shell, had financed the preparations for the Chervonets forgery. Deterding was one of the richest people on earth at the time and known to be a dedicated enemy of the Bolsheviks. It surely was in his interest to overthrow the Soviet regime in order to regain access to his Caucasian oil fields. Deterding, or course, denied any connections to the forgers.

That the above listed three sentences are not connected to the rest of the story was perhaps a result of Essad Bey’s quick way of writing. The Polish translator did obviously not stumble over them.

The real-life model for Richard King, Henry Deterding was a Dutchman. In 1920 he became a honorific Knight of the British Empire for his contribution to Dutch-British relations. He moved the headquarters of his company Royal Dutch Shell from Amsterdam to London – most likely to have the British military as a rear cover especially in his competition with Rockefeller’s Standard Oil and the conflicts connected to that overseas.14

Just by the way I would like to mention that Deterding was a great sympathizer of the Nazis in Germany (perhaps because they opposed the Bolsheviks) and he supported them with many millions from his own pocket. In 1937 he supposedly donated 70 million Reichsmark to the Winter Emergency Relief Fund in Germany. He owned a manor in the province of Mecklenburg. Hitler sent a mourning wreath to Deter­ding’s funeral in 1939.15

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First page of the Polish original edition

 

*      *      *

Looking at Essad Bey’s oevre, these two pulp novels surely hold their own position. But with their historical references, their characteristic way of portraying people, their dense, adventurous plots they surely bear Essad Bey’s handwriting. This makes these two accidental finds a rewarding discovery, not only for Essad Bey fans.

 

Notes:

1          This essay appeared first in the German edition of these two novellas, Liebe und Erdöl und Manuela, Freiburg 2008, ISBN 978-3-929345-35-3. It was revised and expanded for this English translation.

2          Remembered and written down probably in the early 1990s (some 56 years later), published in 1992: Karl Frucht, Verlustanzeige: Ein Überlebensbericht (“Notice of Loss: A Survival Report”), Vienna, 1992, p. 113.

3          Betty Blair in her publication Azerbaijan International, 2011, pages 313, 331, 356

4          Alves dos Reis’ story was described in detail by Murray T. Bloom in The Man Who Stole Portugal, New York, 1953. In 1970 German television adapted this book into a thriller called Millionen nach Maß (DVD available: “Custom-made Millions”). Thomas Gifford dramatized this story in his novel Escudo.

5          In his book White Russia Essad Bey dedicated the chapter “The Georgian Money Forgers” to this scandal. Second edition, Leipzig and Weimar 1991, pp. 211–217. The writer Robert Neumann used this story for his novel Die Macht (“The Power”). Essad Bey and Neumann knew each other in Vienna although it is not known how well, and it is uncertain if any conclusions regarding their publications can be drawn from this fact.

6          Michael Sayers and Albert E. Kahn, The Great Conspiracy Against Russia, New York, 1946 (German trans­lation:  Die große Verschwörung – Darstellung des antikommunistischen Kampfes 1919–1945; Source: http://www.stalinwerke.de/verschw/verschw.pdf

7          Blood and Oil in the Orient, Freiburg, 2008, p. 257

8          “The Man Who Knew Nothing about Love”, written from 1940 onwards

9          I.b.d

10       Information given by Essad Bey’s first cousin, Mr. Naoum Hermont, in a personal conversation.

11       See: Das weiße Russland, (“White Russia”), chapter “The Dead Souls”

12       We find a few experiences from that time also in Essad Bey’s/Kurban Said’s novel The Girl from the Golden Horn, which is his most autobiographical book. See also Behrang Samsami’s German language essay in the same novel, Frankfurt 2009

13       Essad Bey: Flüssiges Gold (“Liquid Gold”)

14       Ibd.

15       Essad Bey: Das weiße Russland; Flüssiges Gold; Andreas Dornheim: Röhms Mann fürs Ausland, Münster 1998 (“Röhm’s Man for Abroad”); Wikipedia entry for Deterding and Gulbenkian

Blair’s Poisened Pen

 

Ali & Nino

The Business of Literature
Who wrote Azerbaijan’s most famous Novel?

in
“Azerbaijan International” 2011

A Review

by Hans-Jürgen Maurer

Foreword

In September 2011 the notable British Newspaper, The Guardian, published an article with the headline “The vanishing fascination of truly anonymous authors”. In it the author Daniel Kalder gives a brief but excellent overview of the fight over the question “Who is behind the author Kurban Said who wrote the novel Ali & Nino?”. Reading this article I was particularly glad to learn that there are other people out there who own a sense of discrimination when it comes to the problems described. Kalder writes:

“Thus if you visit the book’s [Ali & Nino] Wikipedia page you will see that some very helpful people have 1) declined to mention Reiss’s book [The Orientalist] even though it was a bestseller in several countries, 2) indulged in some character assassination aimed at Nussimbaum (which is nothing compared to the muck flung at him on his biographical entry), and 3) advanced the thesis that the “core author” is the “Azerbaijani writer and statesman” Yusif Vazir Chamanzaminli, apparently on the basis of DEEP textual analysis, although they admit that Essad Bey’s “fingerprints” are on the book – yucky! Of course, the refusal to name Reiss’s book on the Ali and Nino Wiki page is indicative of the extreme insecurity the invisible editors have regarding their claims.”

Below this article five reader’s comments can be found. I assert bluntly that four of them were written by the “invisible editors” of the wikipedia manipulation, who is merely just one editor, namely Mrs. Betty Blair of Los Angeles, USA. No one else on the face of this earth promotes the idea of the Azeri authorship of “Ali & Nino” with more fierceness and near-religious fervor.

Betty Blair is the editor-in-chief, or perhaps, the owner, of the magazine Azerbaijan International, a quarterly journal, whose numbers 1 to 3 of 2011 consisted of one big issue, entitled “Ali and Nino – The Business of Literature” – and my review here is about that publication.

I feel the need and urge to reply to this publication because I believe that Betty Blair has gone too far, and that someone needs to speak-up. That’s why this review is written in a personal tone, not fearing polemics or even clear statements which may be sometimes regarded as blunt.

Daniel Kalder continues:

“In fact, these days when an author disappears it inspires in certain souls a mad detective hunt. Bitter wars erupt between scholars, and tremendous amounts of creative energy are wasted on quixotic pursuits of the author’s “true identity”.”

So I have to say, that I hope I have not “wasted my creative energy” but used it to set a few things straight – or was at least able to present a broadened outlook on statements given in Betty Blair’s unfortunate – or should I say “infamous” publication.

The subject matter is complex and covers a vast ground. Years have been spent in study and research as well as in constant reflective discussion with fellow researchers; and indeed it takes its own time to find one’s way through the jungle of facts related to the life of Lev Nussimbaum a.k.a. Essad Bey a.k.a Kurban Said – and everything around it.

I would like to add that this review here will probably not be enjoyed by the “uninitiated” reader. This is due to the reasons mentioned above and due to the fact that I as the reviewer address my text to those who have at least some insight into the problems around Ali & Nino. But I wish this text to be at least an eye-opener for anyone who wants to take the risk and read Betty Blair’s publication.

Kindly bear with the reviewer in regards of English grammar, orthography and punctuation. He ist neither a native English speaker nor has he never lived in an English speaking country. If you find typos, give him a friendly yell by e-mail.

And so I should like to close this foreword with the words Daniel Kalder concluded his article with: By all means, do enjoy reading Ali & Nino!

 

Introduction

2011, when this volume came out, “Azerbaijan International” was already in its 16th year of publication. Award winning (self-statement) and America-based, it used to appear four times yearly in Los Angeles and Baku. Editor Betty Blair created this “independent publication, which seeks to provide a forum for discussion and thought related to Azerbaijanis throughout the world”. In the year 2011, however, something was different. The magazine “Ali and Nino – The Business of Literature” alone forms three of the four yearly issues, consisting of impressing 364 pages, and it should really be called “a book”. And this I am going to call it from here on.

This big publication has the measures of the American Letter Size format and weighs 1,3 kilos. It’s on the table in front of me. The paperback cover shows the portraits of four authors: Azeri writer and statesman Yusuf Vezir Chemenzeminli, Austrian Baroness Elfriede von Ehrenfels, Georgian writer Grigol Robakidse and Essad Bey. These four portraits are designed as interconnected pieces of a jigsaw puzzle. This is a clever allusion to the content of this work, because the whole issue is quite puzzling.

Below the cover image I read the subtitle, which immediately makes me come to a halt: “Who wrote Azerbaijan’s most famous novel?”
This does not sound right, because “Ali & Nino” is certainly not “Azerbaijan’s most famous novel” but rather “the most famous novel in Azerbaijan” – or perhaps “the most famous novel playing in Azerbaijan”.
I must insist on this subtlety – why, will be shown further down.

Thumbing-through

I open the book and I am overwhelmed and in awe by my first impression. Images over images on these 364 pages – hundreds! – many of which were never seen before (at least not by me). Century-old postcards from Baku, maps, buildings, people, countless book covers. Some of these images are sensational, like Lev Nussimbaum’s birth certificate – published for the first time ever. Or the Ashumov building in Baku, the last residence of the Nussimbaum family – which obviously has been identified in the meantime. Wonderful!

The impressive table of contents gives us almost forty chapters which deal with the question “Who is the author of Ali and Nino?”

It is very obvious: researching, collecting and filing of the presented info was a gigantic task. Here may be mentioned that the reviewer is a writer, publisher and a typesetter himself and knows what he is speaking about.

Let’s jump to page 18 and marvel at more than 80 book covers of Ali & Nino in 36 languages. On the back of that double page we find the portrait photos of 60 (!) people who contributed over the years to this voluminous work in one way or another. These photos are supplemented by introductory texts about each single of these helpful persons, which cover more than 11 pages to follow.

Chapeau, Betty Blair!

Now let’s take a look at the chapter “Frequently Asked Questions”.

On pages 52 through 95 158 questions are posed and answered – these 158 answers are pointing towards further 543 end notes presented on 43 pages, which round-off and back-up the answers given before. (However, this was just one chapter.)

The publisher says that this book contains 1200 photos. Indeed I am overwhelmed and I can only but admire the quality of design and layout.

Beginning to read

But then I began to read. Already in the first minute I began to frown, thinking: “No,  you can’t put it this way, this is not quite precise.” Or: “No, there’s no proof for this statement, how can you present this as a given fact?”

This went on and on – no matter on which page I was reading.

So I tried another strategy: I kept on reading, but took notes about each sentence, which contained errors, or was incorrect or simply wrong. However, after one hour I had to give up. I had not even covered one page of the book – and not even written down every comment or correction needed. I had no hope whatsoever to touch even the tip of the iceberg of all erroneous statements – most of which were not only erroneous, but also slanderous, superfluous, and – pardon me – stupid.

Do not be discouraged by my stern and frank words here, keep reading on, I will explain the best I can.

As I said, I had to stop my initial plan of commenting each single sentence which needed commenting. For a few weeks I felt at the end of my wits. Questions over questions formed in my mind. I couldn’t understand how the editor, who seems to be an experienced journalist with an enquiring mind, can be contented with carelessly throwing half-truths, assertions, insinuations and distortions to the readership of this book which, out of necessity can only be of the uninitiated kind. Nobody who has not studied the whole subject for at least one year – if not longer – will have developed a sort-of “inner compass” that guides one through this vast field of knowledge. Indeed, the available info about Essad Bey is immense.

Now the most pressing questions in my mind were: WHY THIS BOOK? and WHAT FOR?

Will I be able to answer them?

 

Disclaimer

I have to give a disclaimer here. I call this text of mine a review. But the points to be criticized in Ali and Nino – The Business of Literature are so numerous, that I can only touch upon a few of them. I picked them at random. Not commenting on other issues does not mean that I agree. And the examples I picked for this review form in no way a hierarchy of “most important” – or the opposite.

The reason for this is simply that this book is – put quite frankly – a bottomless pit.

What follows here can be just A FEW examples. But even if they are few, they still represent as such the general make-up and quality of the reviewed work.

Why It Just Ain’t So, Betty Blair!

Example 1

An analysis of the usage of the terms “drug”, “drug dealer”, “hashish” and “pain”.

Betty Blair says more than 16 times in her book that “Giamil Vacca Mazzara was a drug dealer” (as on pages 39, 47, 92, 211) and that Essad Bey took Hashish (pages 47, 81, 92, 108, 133, 151) and morphine (page 131, quoting someone else).

Uuuuuh – bad people! A drug dealer and a drug taker! WOW!
Does this not shed a bad light on both Essas Bey and Giamil Vacca Mazzara?

Well, if you’re as lucky as the proverbial blind squirrel finding a nut once in a while, you may have found the – only  two – instances which do justice to Essad Bey and Vacca Mazzara – by saying WHY the latter provided the previous with drugs: namely to kill the excruciating pain he was suffering from his disease (pages 131 and 151). And in one isolated other paragraph on page 131 Betty Blair explains why this was indeed necessary: because “during the war [morphine] would have been difficult to acquire.” And this quote is not Blair’s own observation but a reproduction of Essad Bey’s statement – however, formulated in a conditional form.

Essad Bey did suffer from the “Buerger-Syndrome“, a disease of the blood vessles in the feet and legs, which let E.B.s foot rot on his living body, causing excruciating pain. World War II was in full go by that time and almost all available morphine was needed at the front to treat  wounded soldiers. Also the local pharmacist in Positano was tired to provide the pennyless patient Essad Bey with this rare drug.

Now, who would deem it fair to label Giamil Vacca-Mazzara – who most likely was indeed a very doubtful figure – simply as a „drug dealer“? And call Essad Bey simply a “drug addict”? After all it was him, giving the sufferer a few painless hours here and there.

I find it most irritating that Blair knows these facts and yet does not hesitate to use a few details so selectively in order to slander our protagonist. The ratio between 16 mentionings and only 2 clarifications – sprinkled over 363 pages – is too poor to be fair – or should I say “heartless”?

Example 2

Referring to page 56, number 24, dealing with the assertion that Ali & Nino could not have been written in 1936/1937 but much earlier, in order to convey the pain and suffering in such fresh way.

Quote:

“The story [A&N], undoubtedly, could not have been written with the same poignancy and pain had it been penned in 1936 – 16 years after the tragic events had occurred. Time anesthetizes and blurs the memory. The throbbing pain ceases. It only seems logical that the novel was written much earlier.”

Actually, such a statement is too silly to comment on. A good writer can invoke ALL emotions in a reader. That E.B. was able to write “with the same poignancy and pain” was certified by award winning German Islamic Scholar Navid Kermani. In his review about E.B.s book “Allah is Great” (written together with Wolfgang von Weisl), published in the notable German weekly “Die Zeit”, Kermani mentions also E.B.s biography on the prophet Mohammed:

“… But above all Bey was a brilliant, intoxicating sylist. Bey is writing a German that nowadays hardly exists among non-fiction writers, even less among experts on Islam. It has rhythm and uses harmonious imagery, is rich in semantic and syntactic variants and he understands so much of the arc of suspense, that this carries the author away from historical facts towards possible but not proven fiction. His biography on Mohammed […] has no place in specialised libraries – but as reading matter for the vespertine hours of the day one could not think of a more entertainig depiction, which in addition captures the spirit of the early islamic history much better than any source-critical monography.” (Highlighting be me.)

In other words: Essad Bey was very well able to bring a time alive which was just two decades ago, as in Ali & Nino. He has proven this with his biography on Mohammed in which he depicts a time which is more than fourteen hundred decades ago. What else is “being a professional writer” about?

 

Example 3

Treament of Essad Bey’s Novellas

In 1934 appeared two novellas, or rather “pulp novels” in the Polish series: “Co Tydzień Powieść” (“A new novel each week”, published in Łodz, Poland: Republic Publishing House).

They bear the titles “Miłosc i nafta” (Love and Petroleum), and “Manuela”.

Blair frequently quotes Georgian scholar Dr. Zaza Aleksidze. He had had the chance to read the novels in their Russian translation (published by ISSC in Baku), so he was able to inform Blair about the novellas.

I cannot agree to what he says about them: „Essad Bey’s fiction is simplistic and primitive when compared to Kurban Said’s masterpiece Ali and Nino”, (AI, page 162, Endnote 60)

After all, these two stories are just pulp novels, “penny dreadfuls”, “dime novels” – clearly proven by the fact that the two stories were written to fit into a line of pulp novels.

Yes, the style is not sophisticated, but it was never meant to be. And yet, the content of the two novels is far from being primitive. Essad Bey would not be Essad Bey if he hadn’t written about the major themes of his life: oil, the world of high finance, bolshevism, revolution. And so he did here. Essad Bey weaved world history together into two simple stories which are not merely invented for cheap emotional effect and entertainment (which is usually the purpose of pulp novels).

To make a statement like “Essad Bey’s fiction is simplistic and primitive …” shows either the total lack of deeper knowlege and consideration, or the aim to suppress holistic information. But it clearly shows how the editor of this book uses each little sign to bend the truth to fit her purpose. And this purpose is “Essad Bey bashing” or, as the Daniel Kalder puts it in his article in The Guardian: “character assassination”.

Further Blair, who has NEVER read these stories and obviously speaks only one language further comments on Essad Beys two pulp novels on page 313, right column:

“His protagonists are involved with the dark world of intrigue, seduction, blackmail and revenge in their quest to acquire big money and power.”

What does one expect of dime novels? But as mentioned above, the basic plot of these stories happened more or less like this in real life – and there they DID play in the dark world of intrigue and blackmail!

These words here are used by Blair just for the sake to shed a dim light onto Essad Bey – using the same pulp fiction methods.

For further insight into Essad Bey’s two pulp novels see my essay which is published here on this blog in German and English.

 

Example 4

Treatment of Hertha Pauli

AI, page 75, number 81, and the respective endnotes

Pauli, Herta E. (“Bertha” is wrong). “Letter to the Editor about Authorship of Ali and Nino,” in New York Times Book Review (August 8,1971), p. 27.

Mrs. Hertha Pauli (1911–1973) was Essad Bey’s literary agent during his time in Vienna. She and her business partner Karl Frucht was responsible for the deal with Zinnen-Verlag for “The Girl from the Golden Horn” and for many adventure stories they solf ro E.B.

On June 27, 1971, The New York Times published an article entitled: “The Last Word: Who Wrote ‘Ali and Nino’?” which follows the claims Yusif Kahraman and Mustafa Türkekul of Washington D.C. That’s another story to be told somewhere else. In short: The two exiled Azerbaijanis read the novel, recognised names, streets,  palaces, historical events, but had no clue who the author “Kurban Said” might possibly have been. They simply added 1 and 1 together and claimed the author only could have been Yusif Vezir Çemenzeminli. That’s how this unfortunate theory was born. After they’d written to Random House, the editors there informed the New York Times and Walter Clemons worte the above mentioned article, following Kahraman’s and Türkekul’s theory.

But shortly after Walter Clemons’s article appeared in The New York Times, they received a letter by Hertha Pauli, which was deemed important enought to be printed in The New York Times on August 8, 1971. This letter reads:

To the Editor:

May I add another word to Walter Clemons’s exciting “Last Word” (June 27) about the authorship of “Ali and Nino”? I just have to tell you that I read the novel at the time of its successful, first publication, 1937, in my native Vienna and talked to the author himself about it.

To my knowledge “Kurban Said” was Essad Bey, a colleague and friend of mine, whose nonfiction books were translated into many languages and can still be found at the New York Public Library.

I met Essad Bey in Vienna in 1933; he had come from Berlin, where the Nazis had taken over. He was then in his 30’s and looked somewhat like King Hussein without the mustache, and his wit and charm were most engaging. He joined a writers’ cooperative, “Austrian Correspondence,” I had organized to provide authors whose work was “undesirable” in the Third Reich with opportunities for publication elsewhere. Essad Bey was soon contributing numerous articles about the history and customs of his Transcaucasian homeland.

Essad came from a Transcaucasian Jewish family named Nussinbaum and took the name Essad Bey when he turned Moslem. He never made a secret of his ancestry; he spoke of it openly in his usual amusing fashion. This may have been why he wasn’t publicly attacked during those years of rising anti-Semitism in Vienna.

The biographical data you quote from the introduction to “Ali and Nino” corresponds exactly to what Essad told me. When his homeland Azerbaijan was taken over by the Soviets in the early twenties he went to Berlin and launched his career as a writer. (He told funny anecdotes about his learning to write in German and about his knowing Stalin when Stalin was still Djugashvili —”a highwayman.”)

At the Cafe Herrenhof in Vienna, where we met regularly, I also sometimes saw his old father, who seemed to me like an odd character of one of his son’s books.

Essad Bey stayed in Vienna till 1938, when he fled, like myself, because of the Anschluss. He went to Italy, where he would be safe, and died there soon after from elephantiasis.

“Ali and Nino,” his only novel, was the one book for which he used a pseudonym, because, he said, it was so different from his serious non-fiction. (Another reason may have been that as “Kurban Said” it could still be sold in the German market.)

The new, excellent English translation brings the German original vividly to my mind; I seem to hear Essad talking again in his particularly witty way, especially as the stage is set at the beginning of the book.

Bertha Pauli
Huntington, N. Y.

Walter Clemons replies:

Miss Pauli’s identification of “Kurban Said” as Essad Bey is reinforced by a letter to Random House from Alexander Brailow, who knew Essad Bey first as a schoolboy in Baku and later in Europe. Four of Essad Bey’s books were published in America in the early thirties: “Twelve Secrets of the Caucasus” (1931), and biographies of Stalin, Mohammed and Nicholas II.

 

Blair’s treatment of this subject on page 75, right column, and the two preceding lines reads like this:

“She prefaced her remarks in the Times with the caveat: “To my knowledge,” before adding her personal opinion that Essad Bey was Kurban Said. […] “to my knowledge” makes her statement conditional, as if she were hesitating to make an absolutely conclusive statement equating Essad Bey with Kurban Said.”

Since late Mrs. Pauli cannot defend herself and make her statement more precise, I will have to do it for her. Again, Blair would not miss the opportunity to drive her axe into this tiny cleft – or what she wants to be one. Unfortunately she forgets the fact of the language barrier. The subtleties of a foreign language (English, in this case) cannot be learned fully by an adult. Hertha Pauli was an adult when she arrived in the USA. If Blair spoke any foreign language she would know about this.

Hertha Pauli’s native language was German, and in our language is it perfectly alright to use this phrase without losing credibility – she says nothing but: “It is my knowledge that Kurban Said was Essad Bey.” It is a polite way of speaking – quite obviously something alien to the author of that book.

And what about the heavy content in the rest of the letter? No, Blair is just hovering upon three words in a half-sentence. Do not be mistaken by Hertha Pauli’s conscientious and polite way of speaking. After all this is to be preferred over the insinuative, unconstructive manner and the suspecting criticism in which Blair’s whole volume is written as a whole.

What really strikes me here: Where Hertha Pauli uses the polite phrase “to my knowledge”- after confirming in the sentence before, that she has talked to the author himself about this book, Blair, in the rest of her book, speaks always with full authority about things he has no proof for.

And some proof against her theories are being suppressed by herself:

When The New York Times printed Hertha Pauli’s letter, which was a reply to Walter Clemons’ article, the latter added to Hertha Pauli’s letter:

Miss Pauli’s identification of “Kurban Said” as Essad Bey is reinforced by a letter to Random House from Alexander Brailow, who knew Essad Bey first as a schoolboy in Baku and later in Europe. Four of Essad Bey’s books were published in America in the early thirties: “Twelve Secrets of the Caucasus” (1931), and biographies of Stalin, Mohammed and Nicholas II.

This reply is printed right under Pauli’s letter. It was suppressed by Blair in her publication!

 

Example 5

Flowchart on double page 152-53

The flow chart on the double page shows books by Essad Bey in the sequence of their published date.

It is headed by this insinuative question: “Did he really write all those books published under his name?

Most of the displayed book covers have BBs comments, and here follows some comments of mine on those comments.

 

a)  A New York Times review of 1932 about “Stalin”: “A dangerous book …. the average reader… may be misled.”

At that point in time Essad Bey was the first one to fully understand fully Stalin’s regime and impact on the world. Most of his contemporaies – even intelligent papers like The New York Times, still believed in the good revoluationary spirit of Stalin – a disastrous misconception. Essad Bey was the first warner – unheard unfortunately.

 

b) “Liquid Gold”: “Many passages are unlike Essad Bey’s style.”

I don’t know which edition Blair has read. It does not exist in English and it is unlikely that Blair speaks more than her native tonuge.  I have read the German original, and, being an editor, publisher and writer myself, I declare, that the whole book is typically Essad Bey.

 

c) “Love and Oil”: “How is it that E.B. knew the geography of Atchara in Blood and Oil” but not here in Love and Oil”?

Well, “Love and Petroleum” (which would be the correct translation) and along with it “Manuela” were intended from the beginning to be nothing more than pulp novels. And this is all that needs to be said.

 

d) “Caucasus” “… written by an Armenian point of view…”

So what? This only proves that Essad Bey transcended his nationality and upbringing and that he was not a nationalist – unlike the influence behind the magazine Azerbaijan International.

 

For the time being my review has to be concluded here. I have far more important things to do with my precious lifetime. However, one day I might expand this text.

Feel free to ask me questions!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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