Essad Bey’s Pulp Novels – Their Publication History as well as an Update 2021

 

 

 

In 2008, I published Essad Bey’s two pulp novels “Love and Petroleum” and “Manuela” in their translation from Polish. Back then it was still unknown what had happened to the original German manuscripts – or whether these novels had ever been published in German.

I was able to obtain photocopies of the Polish novels in 2007 at the Zentrum Moderner Orient, Berlin. The ZMO holds the archive of Essad Bey researcher and pioneer Prof. Gerhard Höpp, who passed away in 2003.

The next day, on a walk, I met Martin Pasek, a Polish student of Germanistics, to whom I soon submitted the translator job.  Martin also got me, through friends, high-resolution scans of the original covers from the Polish National Library in Warsaw. I show these in my essay about the novels.

For the cover design, I enlisted the legendary pulp novel designer Firuz Askin in Munich (see my German blog post here).

In June 2008, the printing data for this “turnaround book” was handed over to the printer. 100 copies were produced in a print-on-demand process. It took exactly ten years to sell them.

I hesitated to reprint, which would actually have been no problem, but I wanted to revise my essay but couldn’t find the time.

Then the following happened:

Christine Bossauer, a doctorand of German Studies and Ethics, who had done her Master’s degree on Essad Bey, gave a lecture on her work at the German Studies Institute in Baku/Azerbaijan. She also mentioned the Polish publications and that nothing was known about the original German texts.  In the audience sat the Germanist Dr. Vilayet Hajiyev, with whom I happened to be already acquainted, as we had collaborated a year earlier on a volume of Azerbaijani short stories. After the lecture, Dr. Hajiyev approached Ms. Bossauer and told her that he had seen the German novels many years ago in a library in Vienna and had even made photocopies for himself. Of course, this was a huge surprise for us!

Where were the photocopies? He gave them to his old teacher, the translator Cherkez Gurbanly, who, by his many translations of Essad Bey’s books, had done a lot for his reception in Azerbaijan today. Unfortunately Mr. Gurbanly had passed away since without having had the chance to work with the novels.

Thank god, Dr. Hajiyev still remembered the title of the series of novels: “Moment”.

After a not particularly extensive search, I was able to locate an collection of these novels in the German National Library in Leipzig and order them via interlibrary loan to Frankfurt:

 

 

Then it was time to leaf through. But it wasn’t long before I found the first novel:

 

 

 

On the back of the novel I found this list:

 

Okay, so we are talking about numbers 18 and 39.

 

 

 

The joy was great.

Unfortunately, a new publication of the novels in the original text is currently out of the question. To do this, they would first have to be typed up by hand, which is not justified in view of the disappointing sales figures. Too many other important and urgent things are always pending. But it was interesting to note that our translation from Polish is surprisingly close to the original German text!

This is why the “old” edition offers unadulterated reading pleasure.

Post Scriptum

As I could see, the “Moment” series also seems to have been a kind of cabinet of curiosities.

Here are some snapshots:

“The Pope’s never-used telephone is made from pure gold.”

 

 

“Jekaterina Dshigashwili, Stalin’s mother, is a peasant woman and has never left Tiflis, where she was born.”

 

“The poet Carl Zuckmayer, who dwells in Henndorf near Salzburg, is an avid singer to the lute.”

 

 

 

 

 

 

“Der Orientalist” von Tom Reiss – Errata

Fehlerliste zur deutschen Ausgabe von

Der Orientalist

mit Hinweisen auf die engl. Ausgabe
Stand: 19. Juli  2021

Errata, die ich über die Jahre fand:

  • „Dangerous Life“ (im Untertitel)– klingt merkwürdig … ist vielleicht „Endangered Life“ gemeint?
  • Diskrepanz bei der Nummerierung von Umar Ehrenfels’ Ehefrauen:Seite X: hier ist Elfriede die „zweite Frau von Leelas Vater“
    Seite XXVIII: „das war die erste Frau ihres Gatten gewesen“
    Seite 380: hier ist Baronin Mireille die dritte Frau
    Seite 382: hier ist Elfriede wieder die zweite Frau

    Umars erste Frau war Ellen Feld. Sie ist in „Das große Sehnen“ zu sehen.
    Seine zweite Frau war Elfriede von Bodmershof. Sie waren verheiratet von 1925 bis 1948.
    Seine dritte Frau war Mireille Abeille, 1924–2007. Sie ist die Mutter von Leela Ehrenfels, geboren 1967.
    Gilt auch für die englische Originalausgabe The Orientalist, Seite xxiv, 7. Zeile von unten.

  • Auf Deutsch heißt das Buch „Öl und Blut im Orient“, auf Englisch: „Blood and Oil in the Orient“. Oft wird es falsch genannt. Auf Seite 5 sogar einmal „Blut und Öl im Kaukasus“. Generell suchen und ersetzen.
  • Nicht zu erwähnen die ganze Problematik, wenn Tom in seinem Original von „Blood and Oil“ spricht… dann sollte in den deutschen Fußnoten eigentlich auch „Blood and Oil“ stehen und nicht „Öl und Blut“ – denn Tom bezieht sich in seinem englischen Buch ja immer auf die englischen Übersetzungen. Man könnte es Anhand der Seitenzahlen verifizieren, oder ihn fragen.
    Dasselbe gilt für „Ali und Nino“. Ganz sicher ist doch „Ali AND Nino“ gemeint. Es steht auch dort: „Ali und Nino, New York“ Da New York da steht, muss auch der englische Titel genannt werden.
  • Seite XVI, Anfang dritter Absatz, Übersetzungsfehler
    „Einige Abende später, angeblich hielt ich mich zu der Zeit….“
    Richtig: Einige Abende später, eigentlich hätte ich in einer Disco sein sollen, ….
    Englisches Original: „A few nights later, while I was supposed to be in a disco…“Also: Tom war eigentlich mit jungen Geschäftsleuten verabredet, ist aber lieber mit Fuad gegangen.
  • Seite 37, Fußnote 2, dritte Zeile: …dass er auch potenzielle Opfer MIT ethnisch motivierter Gewalt….     Das Wörtchen „mit“ fehlt.
  • Seite 38, letzte Zeile: die Passanten, nicht Passantes
  • Seite 141, 3. Zeile von unten:  „unten in der Eingangshalle“.   English: across the hallway, d.h. im Flur gegenüber. Die Wohnung gegenüber? Auf demselben Flur? Mit anderen Worten, Nachbarn in Toms Mietshaus hatten ihn eingeladen und Herr Osman war zu Gast.
    Aber nicht „unten in der Eingangshalle“.
  • Seite 159: 6. Zeile von unten: Es gibt keinen „Boulevard Saint Germain-des-Près“… er heißt einfach „Boulevard Saint Germain“.
  • Seite 243, 4. Zeile von oben: … deren Wurzen…..   d.h. Wurzeln
  • Seite 248, Mitte. Die „typefaces from the revolutionary presses“ im engl. Original  sind die Satzlettern, Typen der revolutionären Druckereien – keine Schreibmaschinen mit kyrillischen Buchstaben.
  • Seite 255, 1. Zeile:  …grässliche Person zu vermeiden…“   „meiden“ wäre korrekt.
  • Seite 263 und zwei Mal auf Seite 371: Walter Schendell wird hier als Levs „Verleger“ bezeichnet. War er nicht.
    Original: Manager.
  • Seite 269, letzter Absatz, 1. Zeile.  „Haufe“ ???  Haufen!  Ebenso auf Seite 272, 2. Absatz, 3. Zeile.
  • Seite 277, Zeile 15:   im Gewand eines Muslims, nicht „eins“
  • Seite 301, 5. Zeile von oben, Trennung: Emi-granten nicht Emig-ranten
  • Seite 318, 2. Absatz, 2. Zeile: …und er schulte …… nicht schule
  • Seite 324, 9. Zeile: da ist eine Fehlübersetzung: „dass siebzehn seiner Werke auch schon in Übersetzungen vorlagen.“ Es muss heißen: „… dass von seinen Werken bereits siebzehn Übersetzungen vorlagen“
  • Seite 328, Ende 4. Absatz: …drei Jahre lang aus eigenem Antrieb heraus verfolgt.   Ob das die Übersetzung von „on a purely pro bono basis“ ist, müsste nochmal mit Tom geklärt werden (was er sagen will). Siehe engl. Original Seite 268
  • Seite 369, 7. Zeile: Gandhi, nicht Ghandi
  • Seite 371, 2. Absatz, 13. Zeile:  dieser Fehler ist auch bei Tom zu finden, nämlich der polnische Titel. Er muss heißen Milosc und nicht Mitosc. Es ist dieses L mit diagonalem Strich durch. Man erinnert sich an die Aussprache des Namens Lech Wałensa oder des letzten Papstes Karol Woityła. Es ist ein: Ł . Eine heiße Kartoffel in den Mund nehmen und L sagen, dann hat man diese Aussprache.   Miłośċ i nafta.Ich würde mich an dem polnischen Ł nicht weiter stören, einfach ein L nehmen.
  • Seite 395, 7. Zeile:  hier steht:   In den Archiven von Florenz ….   Es muss aber heißen: In Archiven in Florenz….
  • Seite 398, 1. Zeile: dies darf man auch in der neuen Rechtschreibung zusammenschreiben, denn „frischgebacken“ ist etwas anderes als „frisch gebacken“!
    Also: die frischgebackene faschistische Partei!
  • Seite 403, 11. Zeile: …Geschichten über EINE „weiße“ ….. nicht „einen“.
  • Seite 418, Mitte der Seite: “Ihm war unbedingt daran gelegen, den reinen arischen Status seines Helden wiederherzustellen.”  Das ist auch im Englischen falsch formuliert. Da gab es nichts “wiederherzustellen”. Es muss heißen: “Ihm war daran gelegen, seinem Helden eine “arischen” Status zu verpassen.”   (“arisch” in ” “)
  • Seite 418, Mitte der Seite:  “… die Giamil als reiche weiße russische Fürstinnen darstellt” – es muss heißen:  Weißrussische  (Englisch: White Russian)
  • Seite 435, 2. Abschnitt
    „Weitere Schriften von Lev Nussimbaum“.
    Dort 4. Position:
    „Eine Sammlung von Märchen, lustiger „orientalischer“ Geschichten und Gedichte, die Lev an den Abenden bei den Pasternaks …. zum Besten gegeben hat.Errors:
    a) Deutsch: nicht „lustiger“ sondern „satirischer“ oder „humorvoller“.

    b) …Geschichten und Gedichte, die Lev …
    Erklärung: Lev schrieb diese Gedichte nur an Zhenia. Sie haben sich über ihre Schwester Adia (auch Dunya oder Judith) erhalten und sind so in den Besitz von Brailow gelangt. Später hat Brailow diese Gedichte mit Hilfe von Jenia Graman ins Englische und Deutsche übersetzt.
    Jedenfalls wurden diese Gedichte NICHT während der russischen Abende vorgetragen, also ist das hier in diesem Zusammenhang falsch dargestellt.

    c) „… fünfzig Jahre später von Levs Schulkameraden Alexander Brailow und dessen Ehefrau Jenia Graman Norma ins Englische und Deutsche übersetzt.“
    Erklärung: Jenia hat unseres Wissens nur eine Probeübersetzung der ersten Geschichte gemacht (es sei denn, in ihrem Nachlass, zu dem ich noch keinen Zugang gefunden habe, sollen die anderen auch vorhanden sein – bei Brailow gibt es nur das erste Märchen auf Deutsch. Und aus der Korrespondenz zwischen Brailow und Graman lässt sich schließen, dass die Übersetzung aller Märchen für eine deutsche Veröffentlichung hätte gemacht werden können, diese ist aber mangels Interesse von Verlagen nie zustande gekommen.).

    d)  the same for English page 389, 1st line:  not: „he and Jenia Graman“ but „he and his wife“. See Brailow’s foreword to the Oriental Tales. (see foreword to the tales!)

    Seite 435 “Andere Verfasser”, dort, 3. Position,
    Brailow, Alexander: Briefwechsel mit Charlotte Mayerson (Verlegerin Cheflektorin des Verlages Random House, der 1970 Ali und Nino herausgegeben hat.)

    Seite XI, Fußnote: das Wort „Taschenbuchausgabe“ austauschen durch: POCKET BOOKS. So heißt nämlich der Verlag, ein Imprint von Simon and Schuster.

  • Seite XVII, 2. Absatz: Die Einleitung zu der englischen Ausgabe des Romans, die ich besaß, ….
    und die dazugehörige Fußnote:  …. New York 1996, Overlook Press…This is not really an error, but a logical incongruity of the translator. It applies only to the German edition. Here the footnote is saying that the book you own is from 1996. I am sure, you own this edition so this statement is correct. BUT: on the pages before you are saying that you began your research on K.S. in 1998. And on the first page of the book you are walking with Peter Mayer in Vienna, who wanted to publish Ali and Nino. That means, you were walking with Peter Mayer in 1998 or later. So how could the Overlook edition you are mentioning here be of 1996? I know the background of that never published 1996 edition Mayer attempted but had to give in to Barazon and Leela. But the reader doesn’t know this.
    So I just think it were better to mention here the POCKET edition of 1972. It contains . of course, Wain’s foreword as well. And I am sure you were talking of this edition when writing these lines originally.
  • Seite X: Klumpfuß, nicht Holzbein!
  • Seite XIV: „… untertäniger Diener“ – nicht Sklave!
  • Seite XVII, Fußnote 12. Publikationsort sicher nicht Baku. Eher L.A. aber noch herausfinden! Betrifft auch englische Ausgabe, Seite 343, ganz unten. Noch generelle Suche im Buch starten.
  • Sara Ashurbeyli ist 2001 gestorben, nicht 1998.
  • Page xxii: … and convert to Islam at the Ottoman embassy in Berlin in 1923 (wrong, it was 13 August 1922. Page 199 is correct.

 

Essad Beys Heftromane – Geschichte und Update

 

 

 

Im Jahr 2008 veröffentlichte ich Essad Beys beiden Romane „Liebe und Erdöl“ sowie „Manuela“ in ihrer Übersetzung aus dem Polnischen. Bis dato war unbekannt gewesen, was mit den deutschen Originalmanuskripten geschehen war bzw. ob diese Romane je auf Deutsch veröffentlich worden waren.

Fotokopien der polnischen Hefte konnte ich mir 2007 im Zentrum Moderner Orient, Berlin, machen. Das ZMO hält das Archiv des 2003 verstorbenen Essad-Bey-Forschers und -Pioniers Prof. Gerhard Höpp.

Am nächsten Tag lernte ich auf einem Spaziergang den polnischen Germanistikstudenten Martin Pasek kennen, dem ich bald den Übersetzerjob anbot.  Martin besorgte mir auch über Freunde hochaufgelöste Scans der Originalcover aus der Polnischen Nationalbibliothek in Warschau. Diese zeige ich in meinem Essay über die Romane.

Für die Umschlaggestaltung gewann ich den legendären Romanheftgestalter Firuz Askin in München (siehe meinen Blogbeitrag hier: https://zappergeck.wordpress.com/2015/03/14/firuz-askin-altmeister-der-groschenheftkunst/).

Im Juni 2008 wurden die Druckdaten zu diesem „Wendebuch“ der Druckerei übergeben und 100 Exemplare bestellt. Genau zehn Jahre brauchte es, um sie zu verkaufen.

Gegen einen Nachdruck, der eigentlich kein Problem gewesen wäre, sträubte ich mich, da ich meinen Essay überarbeiten wollte, aber keine Zeit dafür fand. (Einzelne Exemplare können sowieso immer über mich bestellt werden.)

Dann geschah folgendes:

Die Germanistik- und Ethik-Doktorandin Christine Bossauer, die ihren Master über Essad Bey gemacht hatte, hielt an der Germanistik-Fakultät der Staatlichen Sprachen-Uni zu Baku einen Vortrag über ihre Arbeit. Dabei erwähnte sie auch die polnischen Veröffentlichungen, und dass man bislang nichts über die deutschen Originaltexte weiß.  Im Publikum saß der Germanist Dr. Vilayet Hajiyev, mit dem ich zufälligerweise bereits bekannt war, da wir ein Jahr zuvor gemeinsam an einem Band mit aserbaidschanischen Kurzgeschichten zusammengearbeitet hatten. Nach dem Vortrag kam Dr. Hajiyev auf Frau Bossauer zu und berichtete ihr, dass er die deutschen Romane vor vielen Jahren in einer Bibliothek in Wien gesehen und sich sogar Fotokopien gemacht habe. Das war natürlich eine riesige Überraschung!

Wo die Fotokopien seien? Die gab er seinem alten Lehrmeister, dem Übersetzer Cherkez Gurbanly, der sich durch zahlreiche Übersetzungen von Essad Bey’s Werken um seine heutige Rezeption in Aserbaidschan sehr verdient gemacht hatte. Leider verstarb Gurbanly bald danach.

Gott sei Dank erinnerte sich Dr. Haciyev noch an den Titel der Romanreihe: „Moment“.

Nach einer – trotz dieses Allerweltstitels – nicht besonders aufwändigen Suche konnte ich einen Sammelband dieser Hefte in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig lokalisieren und ihn mir per Fernleihe nach Frankfurt bestellen:

 

 

Dann ging es ans Durchblättern. Doch es dauerte nicht lange, bis ich das erste Heft fand:

 

Auf der Heft-Rückseite war folgende Liste vorhanden:

 

Aha, Nr. 18 und Nr. 39.

 

So erfuhr ich, dass der deutsche Titel “Liebe und Öl” gewesen war:

 

 

Die Freude war groß.

Es war interessant festzustellen, dass unsere Übersetzung aus dem Polnischen überraschend nah am Originaltext ist! Und wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages eine Neuausgabe?

 

 

Post Scriptum

Wie ich feststellen konnte, scheint die Heftreihe „Moment“ auch eine Art Kuriositätenkabinett gewesen zu sein.

Hier einige Schnappschüsse:

“Der nie benützte Telephonapparat des Papstes ist aus echtem Gold”

 

“Jekaterina Dschigaschwili, die Mutter Stalins, ist eine Bauernfrau und hat Tiflis, ihren Geburtsort, noch nie verlassen”

 

“Der Dichter Carl Zuckmayer, der in Henndorf bei Salzburg haust, ist ein eifriger Sänger zur Laute.”

 

 

 

 

 

Proudly powered by WordPress | Theme: Baskerville 2 by Anders Noren.

Up ↑